Gefährliche Nadelstiche – psychische Belastungen sind oft die Ursache

Wer unter Stress steht und im Krankenhaus oder in der Arztpraxis eine Nadel setzen muss, sticht sich leicht. Eine häufig unterschätzte Gefahr, die das Risiko einer Infektion mit HIV oder Hepatitis B birgt. 41 Prozent der befragten Ärzte gaben bei einer Umfrage der Uni Düsseldorf an, dass es innerhalb der letzten zwei Jahre in ihrer Praxis zu einer Nadelstichverletzung gekommen sei (Quelle: Der Hausarzt 16/2010, letzte Zahlen aus 2010). „Psychische Belastungen sind ein wesentlicher Auslösefaktor für solche Verletzungen“, sagt Dr. Gabriele Förster, Arbeitsmedizinerin bei der Firma Volkswagen. Sie machte in ihrem Vortrag bei der Veranstaltung „Biostoffe – Neue Wege bei der Gefährdungsbeurteilung“ im A+A-Kongress auf das Thema aufmerksam. Eine Folge von psychischen Belastungen wie etwa lang anhaltendem Stress kann nicht sicherheitsgerechtes Verhalten und eine steigende Unfallgefahr sein – bedingt unter anderem dadurch, dass die Konzentration nachlässt und sich die Reaktionszeiten verlängern. Dr. Förster: „Wer mit Krankheitserregern wie zum Beispiel Ebola zu tun hat, weiß, dass er besonders gefährdet ist – weil er zum Beispiel nicht die richtigen Schutzmaßnahmen ergreift, wenn zu viel zu tun ist.“ Ein weiterer Aspekt nach ihren Worten: Das eigene Immunsystem ist bei den Stressgeplagten (zum Beispiel im hektischen Krankenhausalltag) geschwächt, dadurch werden Menschen anfälliger. „Diese neuen Erkenntnisse sollen jetzt in ein technisches Regelwerk mit aufgenommen werden“, sagt Gabriele Förster.

2017-10-26T16:14:52+00:00