Heller Hautkrebs – oft unterschätzte (Berufs-)Krankheit

Heller Hautkrebs ist in Europa um 30 Prozent häufiger als bisher angenommen. Darauf macht die Europäische Hautkrebsstiftung (ESCF) anlässlich des Europäischen Tages des Hellen Hautkrebses am 13. September 2021 aufmerksam. Die Zahlen entstammen einer EU-Studie (EPIDERM-Studie), die seit 2008 in neun europäischen Ländern läuft. Allein in Deutschland erkranken demnach jährlich 220.000 neu an der mittlerweile häufigsten Krebsart der Bevölkerung – mit steigender Tendenz um jährlich fünf bis sieben Prozent. Die ESCF hat es sich zur Aufgabe gemacht, einheitliche Präventionsmaßnahmen, diagnostische Verfahren und Behandlungstherapien für Hautkrebs in Europa zu entwickeln und zu unterstützen. Das ist für viele Erwerbstätige wichtig, die im Freien arbeiten. Als  „Outdoorworker“ sind sie nicht nur in der Freizeit, sondern oft auch im Beruf der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Und es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass bestimmte Hautkrebserkrankungen durch langjährige UV-Strahlung der Sonne auch arbeitsbedingt verursacht werden können. Deshalb können multiple „aktinische Keratosen“-Vorstufen des Plattenepithelkarzinoms-, sowie das Plattenepithelkarzinom selbst als Berufskrankheit der Nummer 5103 anerkannt werden.
Der Helle Hautkrebs ist weniger aggressiv als der Schwarze Hautkrebs und nur in seltenen Fällen tödlich, tritt aber rund zehnmal so häufig auf.  „Die Belastungen für die Patienten und das Gesundheitssystem wurden aufgrund der unzureichenden Datenlage massiv unterschätzt.“, erklärt Professor Eggert Stockfleth, Leiter der Europäischen Hautkrebsstiftung (ESCF). „Um  Hautkrebs überhaupt europaweit bekämpfen zu können, benötigen wir dringend neue Strategien für die öffentliche Gesundheit. Die Menschen brauchen Aufklärung und Zugang zu einer optimalen Therapie“.

Weitere Informationen gibt es auf den Seiten der Europäischen Hautkrebsstiftung (ESCF) und bei der der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).