Raum:
1. OG, Raum 16, Halle 1 / 1st Floor, Room 16, Hall
Thema:
Nachhaltigkeit und Klimawandel
Präsentationsart:
Vortragsveranstaltung
Dauer:
90 Minuten
Der Klimawandel verändert auch die Arbeitswelt – mit spürbaren Folgen für Sicherheit, Gesundheit und betriebliche Abläufe. Höhere Lufttemperaturen, UV-Belastung, Extremwetter und neue Infektionsrisiken wirken sich zunehmend auf Beschäftigte, Infrastruktur und Produktionsprozesse aus. Für alle, die Verantwortung im Arbeits- und Gesundheitsschutz tragen, stellt sich die Frage: Sind unsere Maßnahmen den neuen klimabedingten Gefährdungen gewachsen?
Gleichzeitig wird deutlich: Klimaschutz ist kein separates Thema – er ist Teil vorausschauender Prävention. Nur wenn beides zusammengedacht wird – Klimaanpassung und Klimaschutz – lassen sich Gesundheit schützen und Arbeit langfristig sichern.
In drei inhaltlich aufeinander abgestimmten Sessions nähern wir uns dem Thema aus verschiedenen Perspektiven: wissenschaftliche Grundlagen, praktische Präventionsansätze und betriebliche Erfahrungen.
1) Klimawandel und Gesundheit: Relevanz für den Arbeitsschutz
2) Prävention und betriebliche Praxis - Praktische Maßnahmen & bewährte Ansätze
3) Klimawandel trifft Arbeitsschutz - Trends, Risiken und Prävention
Jede Session setzt einen klaren Schwerpunkt und bietet Impulse zur direkten Anwendung im eigenen Verantwortungsbereich. Die Veranstaltungen können einzeln besucht werden – im Zusammenspiel geben sie ein umfassendes Bild der Herausforderungen und Lösungswege.
09:00 Uhr
Begrüßung und Einführung
09:05 Uhr
Gesundheitliche Folgen für Arbeitnehmende durch klimatische Veränderungen
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Autor:in:
Prof. Dr. Monika Raulf | Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
Auf vielfältige Weise beeinflusst der Klimawandel Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen. Klimatische Effekte wie erhöhte Temperaturen, UV-Strahlung und vermehrte Extremwetterereignisse können Beschäftigte sowohl an Indoor- als auch Outdoor-Arbeitsplätzen gefährden. Allein durch das Fortschreiten des Klimawandels wird global mit einer weiteren Zunahme der Hautkrebsfälle bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten gerechnet. Auch allergische Erkrankungen der oberen und tieferen Atemwege und der Haut können durch direkte und indirekte Folgen des Klimawandels und den damit verbundenen Expositionen an unterschiedlichen Arbeitsplätzen auftreten. Das bezieht sich auf die Flora mit verlängerter Pollensaison, mit teilweise höheren Allergenkonzentrationen sowie einem veränderten Artenspektrum inklusive Neophyten. Gleiches gilt für die Fauna. Klimaprofiteure wie Eichenprozessionsspinner und Zecken finden auch in nördlichen Regionen gute Lebensbedingungen. Indirekte Auswirkungen des Klimawandels, die primär einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit leisten sollen und den damit verbundenen potentiellen neuen Allergenquellen an den Arbeitsplätzen, müssen im Kontext von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz betrachtet werden und erfordern proaktives Handeln zum Schutz der Beschäftigten. Die Erkennung dieser neuen Sensibilisierungsquellen ist eine wichtige Voraussetzung für die Einleitung von Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip.
09:20 Uhr
Befragung Auswirkungen des Klimawandels im Betrieb bei Betriebsärztinnen und -ärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit
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Autor:in:
Dr. Maria Klotz | Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) | Germany
Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz aus. Wie schätzen Fachleute aktuell die Situation in den Betrieben ein? Sind die Folgen des Klimawandels bereits spürbar und wo sehen sie die größten Herausforderungen? Eine Befragung von Fachkräften für Arbeitssicherheit sowie Betriebsärztinnen und -ärzten liefert Antworten.
Die Befragung fand im Zeitraum vom 12.03.2024 bis 30.04.2024 statt und wurde mittels standardisiertem Online-Fragebogen realisiert. Der Zugang zur Stichprobe wurde über die Berufsverbände, den Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) sowie über den Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit (VDSI) ermöglicht. Das Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) hat die Umfrage durchgeführt und ausgewertet. An der Befragung beteiligten sich insgesamt 418 Personen, davon waren 211 Fachkräfte für Arbeitssicherheit und 187 Betriebsärztinnen oder -ärzte.
Die Befragungsergebnisse machen deutlich, dass durch den Klimawandel über alle Branchen und Betriebsgrößen hinweg insbesondere zwei Themen in den Fokus rücken: Hitze und psychische Stressreaktionen. Diese Themen haben viele Fachkräfte bereits in ihre Beratung aufgenommen. Auch die Mehrheit der Betriebe sieht Handlungsbedarf und hat Maßnahmen ergriffen oder geplant, um klimabedingte Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu reduzieren.
09:35 Uhr
Fragerunde / Live Abfrage
09:45 Uhr
BMAS - Politikwerkstatt „Klima wandelt Arbeit“
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Autor:in:
Verena Kantrowitsch | Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) | Germany
Politikwerkstatt: “Klima wandelt Arbeit” – Chancen im Arbeitsschutz gestalten
Steigende Temperaturen, UV- Strahlung, Extremwetter und psychische Belastungen durch den Klimawandel stellen Betriebe und Beschäftigte vor große Herausforderungen. Wie kann Arbeit in der Klimakrise sicher, gesund und menschengerecht bleiben?
Im Rahmen des Programms ARBEIT: SICHER + GESUND sind Expert:innen aus Ministerien, Wissenschaft, Praxis, Arbeitsschutz, Klimaschutz und Sozialpartnerschaft zusammengekommen, um Lösungsansätze zu finden. Dafür wurde eine Politikwerkstatt ins Leben gerufen – ein offener Dialograum, in dem Ideen und Erfahrungen geteilt und Empfehlungen formuliert werden konnten. Welche neuen Risiken gibt es genau durch den Klimawandel? Und was ist nötig, damit Beschäftigte und Führungskräfte zeitgemäßen Arbeitsschutz umsetzen und mitgestalten können? Die Ergebnisse zeigen: Arbeitsschutz, der Klimarisiken einbezieht, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Denn er ist eine Zukunftsinvestition: in Gesundheit, Produktivität und Vertrauen in Zeiten des Wandels. Vor der Veröffentlichung des Abschlussberichts mit ausführlichen Ergebnissen gibt es bereits heute erste Einblicke in die Ergebnisse und Erfahrungen.
10:03 Uhr
Klimaschutz und Prävention – keine Einbahnstraße
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Autor:in:
Dr. Thomas Linz | VDSI bzw. Bayer AG
Gemäß des VDSI-Positionspapiers umfasst Nachhaltigkeit neben dem Schutz des einzelnen Menschen auch einen langfristig angelegten, verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes. Somit können Klimaanpassung und Klimawandel nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Im Vortrag wird dies ausführlich erläutert und beschrieben, welche betrieblichen Vorteile eine ganzheitliche Betrachtung bietet. Zudem werden praxisnahe Umsetzungshilfen für einen Ansatz zur Risikobewertung und zur Umsetzung der Anforderungen aus der Taxonomieverordnung vorgestellt.
10:20 Uhr
Fragerunde und Abschluss Part I