Raum:
1. OG, Raum 6, CCD Süd / 1st Floor, Room 6, CCD So
Thema:
Prävention von biologischen, chemischen und physikalischen Gefährdungen
Präsentationsart:
Vortragsveranstaltung
Dauer:
90 Minuten
Trockeneis ist eine weitverbreitete Möglichkeit der Kühlung von Transportgütern. Es wird auch in größerem Umfang als Strahlmittel für Reinigungszwecke verwendet.
Sowohl die Kühlwirkung, als auch der Einsatz als Strahlmittel gehen zwingend mit einer Freisetzung von gasförmigem Kohlendioxid einher. Für CO2 gilt der Arbeitsplatzgrenzwert von 0,5 Vol.-%. Kohlendioxid kann unabhängig von der Sauerstoffkonzentration tödlich wirken.
In dieser Session wird dargestellt, welchen Gefährdungen Beschäftigte beim Umgang mit Trockeneis ausgesetzt sind und wie diese geschützt werden können. Der Transport betrifft Laborkurierdienste, Caterer oder Baustellenanlieferer; Reinigungsarbeiten werden meist von Instandhaltern oder Industriereinigern durchgeführt. Anhand nachgestellter Kurierfahrten und aus Messungen bei Reinigungsarbeiten, konnte gezeigt werden, wie sich die CO2-Konzentration in Fahrzeugen und Fertigungshallen verhält. Daraus werden Maßnahmen zur Bestimmung der Gefährdung und zum Schutz der Beschäftigten abgeleitet und erläutert. Ist umgebungsluftunabhängiger Atemschutz erforderlich, sind besondere Maßnahmen zu ergreifen. Diese Situation ist häufig auf Baustellen anzutreffen, deshalb wird darauf eingegangen, wie die Atemluftversorgung aus mobilen Geräten sichergestellt werden kann.
Die Eigenschaften von und Gefährdungen durch Trockeneis werden im Rahmen der Session durch aufschlussreiche Experimente veranschaulicht.
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsingenieur/-meister/-techniker, Sicherheitsbeauftragter, Betriebs-/Arbeitsmediziner, Betriebs- und Personalrat, Arbeitsorganisation, Berufs-/Werksfeuerwehr, Brandschutz-/Katastrophenschutzbeauftragter, Notfall-/Krisenmanagementbeauftragter, Umweltschutzbeauftragte, Ausbilder, Trainer, Berater, Management, Führung
(Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.)
16:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
16:35 Uhr
Trockeneis und Trockeneistransport
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Autor:innen:
Philipp Steimer | Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) | Germany
Dr. Hans-Peter Fröhlich | Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) | Germany
Dr. Theresa Wiesemeier | Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) | Germany
<p>Messtechnische Erfassung und Beurteilung der trockeneisbedingten Kohlendioxidexposition bei Kühltransporten mit Kleinfahrzeugen Trockeneis ist eine weitverbreitete Möglichkeit der Kühlung von Transportgütern. Die Kühlwirkung geht allerdings zwingend mit einer Freisetzung von gasförmigem Kohlendioxid einher. Für dieses gilt ein Arbeitsplatzgrenzwert von 0,5 Vol.-% und es kann unabhängig von der Sauerstoffkonzentration in der Atemluft tödlich wirken. Für Räume, in denen sich Trockeneis und Beschäftigte gleichzeitig aufhalten, ergibt sich hieraus das Erfordernis einer ausreichenden Belüftung und gegebenenfalls einer Gaswarnanlage. Schwierig gestaltet sich eine Beurteilung insbesondere beim Transport in normalen Pkw, welcher in bestimmten Bereichen wie Laborkurierdiensten oder Caterern die gelebte Praxis darstellt. Anhand nachgestellter Kurierfahrten konnte gezeigt werden, wie sich der Verlauf der CO<sub>2</sub>-Konzentration im Fahrzeuginnenraum rechnerisch verlässlich abschätzen lässt und welche Maßnahmen absolut notwendig sind, damit unter Realbedingungen nicht von einer Gefährdung vermieden werden können. Die Eigenschaften von und Gefährdungen durch Trockeneis werden im Rahmen des Vortrages durch aufschlussreiche Experimente veranschaulicht.</p>
16:55 Uhr
Trockeneisstrahlen als Reinigungsverfahren - Expositionsmessung bei Reinigungsarbeiten an einer Fertigungsstraße
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Autor:in:
Siegfried Turowski | Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) | Germany
<p>Trockeneisstrahlen – ein schonendes Reinigungsverfahren mit Risiken Trockeneisstrahlen ist ein Druckluft-Strahlverfahren, dass in der Oberflächentechnik zur Reinigung von Oberflächen besonders dort eingesetzt, wo es auf schonende, rückstandsarme und nicht oder wenig abrasive Arbeitsverfahren ankommt. Bei diesen Arbeiten wird eine erhebliche Menge CO<sub>2 </sub>freigesetzt, deren Verteilung in den Arbeitsräumen, Behältern, etc. berücksichtigt werden muss. Da das Trockeneisstrahlen von vielen verschiedenen Gewerken in den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten genutzt wird, ist es für die Gefährdungsbeurteilung erforderlich sowohl die äußeren Bedingungen, als auch besondere Anforderungen aus der Tätigkeit bei der Planung und Bewertung zu berücksichtigen. Erst daraus können geeignete Schutzmaßnahmen abgeleitet werden, die dann zusätzlich aufeinander abgestimmt sein müssen. Besondere Relevanz im Arbeitsschutz haben Gefährdungen durch CO<sub>2</sub>-Erstickungsgefahr - und der entstehende Lärm. Weiterhin gehen Gefährdungen vom Trockeneisstrahl selbst aus, ebenso wie von Stäuben und freigesetzten Gefahrstoffen, sowie von kalten Oberflächen. Der gemessene CO<sub>2</sub>-Konzentrationsverlauf und die Lärmbelastung bei Trockeneis-Reinigungsarbeiten werden an einem Beispiel dargestellt und erklärt.</p>
17:15 Uhr
Atemluftversorgung bei Strahlarbeiten auf Baustellen – Verwendung von mobilen Systemen zur Atemlufterzeugung
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Autor:in:
Herbert Fischer | Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) | Germany
Bei Strahlarbeiten werden in der Regel große Mengen an Aerosolen freigesetzt. Zum Schutz vor Gesundheitsschäden durch eingeatmete Aerosole ist deshalb bei Freistrahlarbeiten ein geeigneter Atemschutz erforderlich. Hier kommen umgebungsluftunabhängige Atemschutzgeräte zum Einsatz, die auch den beim Strahlen auftretenden hohen mechanischen Beanspruchungen standhalten.
Bei den Strahlarbeiten wird nicht nur für das Strahlen selbst viel Luft benötigt, auch die Person unter der Schutzausrüstung muss mit ausreichend Atemluft versorgt werden. Selbstverständlich sollte die Atemluft dabei frei von Schadstoffen sein und den einschlägigen Vorgaben entsprechen. Leider haben aber in der Vergangenheit schwere oder sogar tödliche Unfälle deutlich aufgezeigt, dass der Qualität der Atemluftversorgung nicht immer die notwendige Aufmerksamkeit zuteil wird.
Bei Arbeiten an wechselnden Einsatzorten, wie z.B. auf Baustellen oder in Fremdbetrieben, werden meist mobile Systeme zur Atemlufterzeugung genutzt. Als Quelle wird üblicherweise ein mobiler Kompressor verwendet, der Umgebungsluft verdichtet und sowohl die Prozessluft als auch die Atemluft vor Ort erzeugt. Die Aufbereitung der Druckluft zur Atemluft erfolgt über ein Filtersystem, dass Schadstoffe und Wasser aus der Luft filtert.
Von der Auswahl des Atemschutzgerätes, über die Aufstellung und Betrieb des Kompressors, regelmäßige Wartung und Kontrolle des gesamten Systems, bis zur Ausführung der Arbeiten gilt es einiges zu beachten.
17:55 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung