Raum:
1. OG, Raum 17, Halle 1 / 1st Floor, Room 17, Hall
Thema:
Veranstaltungen für spezielle Branchen, Verkehrssicherheit, Zielgruppen und/oder Netzwerke
Präsentationsart:
Vortragsveranstaltung
Dauer:
90 Minuten
Die Pflegebranche bewegt sich im Spannungsfeld zwischen ökonomischen und gesetzlichen Restriktionen, einem anhaltenden Fachkräftemangel und dem Anspruch an hohe Pflegequalität in komplexer werdenden Versorgungssituationen.
Pflegekräfte stehen im Berufsalltag unter hoher körperlicher und psychischer Belastung. Zeitdruck, Schichtarbeit und ein forderndes Arbeitsumfeld machen klassische Präventionsangebote oft schwer zugänglich. Umso wichtiger sind innovative, praxisnahe und zielgruppengerechte Ansätze, die Gesundheitsförderung und Ergonomie wirksam in den Pflegealltag integrieren.
Die Veranstaltung zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, wie Pflegeeinrichtungen ihre Mitarbeitenden alltagsnah unterstützen können. Dabei werden sowohl analoge als auch digitale Lösungen vorgestellt, die zur Etablierung gesundheitsförderlicher Arbeitsweisen und zum langfristigen Erhalt der Arbeitsfähigkeit beitragen. Im Fokus stehen Konzepte, die sich flexibel an die besonderen Bedingungen der Pflege anpassen lassen und sich bereits in der Praxis bewährt haben.
Zielgruppen: Betriebs- und Personalrat, Arbeitsorganisation, Gesundheitsmanagement, Management, Führung
(Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.)
11:15 Uhr
Begrüßung und Einführung
11:25 Uhr
Mit dem Aktionskoffer passgenaue Lösungen für Pflegekräfte bieten – Für eine niederschwellige Gesundheitsförderung
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Autor:innen:
Natalie Ihne | Team Gesundheit Gesellschaft für Gesundheitsmanagement mbH | Germany
Eva Liebst | Team Gesundheit Gesellschaft für Gesundheitsmanagement mbH | Germany
Pflegekräfte sind aufgrund hoher körperlicher und psychischer Belastungen eine wichtige Zielgruppe der betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Schichtarbeit, der hohe Arbeitsdruck und die mangelnde Zeit erschweren jedoch eine stetige Teilnahme an klassischen Präventionsmaßnahmen. Dementsprechend groß ist der Bedarf nach passgenauen Lösungen, die diese besonderen Rahmenbedingungen berücksichtigen und dabei praktikabel in den Arbeitsalltag integriert werden können.
Eine niederschwellige und flexible Lösung ist der Aktionskoffer „Pflege beginnt“. Dieser beinhaltet kurzweilige Wissenshäppchen auf täglich wechselnden Printmaterialien für eine gesamte Arbeitswoche. Mithilfe von Postern, Merkerkärtchen und Arbeitsheften werden Themen wie Selbstfürsorge, Wertschätzung und Ergonomie aufgegriffen. Es zeigt sich, dass diese kurzen Impulse bereits große Wirkung haben. Zugang zu weiterführenden Micro-Learnings erhalten die Beschäftigten über QR-Codes auf den Druckmedien. Mithilfe eines Leitfadens werden die Einrichtungen zudem dabei unterstützt, die Aktionswoche eigenständig umzusetzen. Aufgrund des geringen Platzbedarfes eignet sich der Aktionskoffer auch für kleinere ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen.
In dem Vortrag verknüpft Team Gesundheit konkrete Herausforderungen mit dem Lösungsansatz des Aktionskoffers. Die Besucher:innen werden dafür sensibilisiert, stets die Zielgruppe im Blick zu behalten und so eine hohe Erreichbarkeit im Pflegesetting sicherzustellen.
11:40 Uhr
WAI-Pflege und WAI-Klinik – Instrumente zur Förderung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit sowie des Wohlbefindens von Pflegekräften
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Autor:innen:
Tobias Reuter | GAW gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden mbH | Germany
Lena Anderl | GAW - gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden mbH | Germany
Prof. Dr. Anja Liebrich | GAW gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden mbH | Germany
Der Beitrag stellt die Konzeption und datenbasierten betrieblichen Erfahrungen mit dem Instrument „WAI-Pflege“ vor. Dieses Instrument unterstützt eine systematische und partizipative Gestaltung gesundheitsgerechter Arbeitsbedingungen in Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege. „WAI-Pflege“ wurde im Rahmen eines Forschungs- und Anwendungsprojekt, finanziert durch den Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek), im Kontext MEHRWERT:PFLEGE entwickelt und evaluiert. Aktuell wird das Instrument für den Bereich der Akutkrankenhäuser modifiziert und erprobt („WAI-Klinik“).
Ausgehend von der Darlegung der wissenschaftlichen Konzepte, die zur Entwicklung des Fragebogens und des Workshop-Konzepts führten, werden die einzelnen Komponenten des „WAI-Pflege“ und „WAI-Klinik“ näher vorgestellt und diskutiert. Zudem wird über die Erfahrungen, die im Rahmen der Erprobung der Pilotbetriebe gemacht wurden, berichtet. Dies beinhaltet einerseits die Vorstellung zur Einschätzung der Güte aus den Validierungsstudien des quantitativen Instruments. Zum einen werden die Systematik des Workshop-Konzepts und die Qualifizierung der Multiplikator*innen erläutert, zum anderen Einblicke in die konkrete Durchführung in den Einrichtungen gegeben und die Evaluationsergebnisse des Konzeptes vorgestellt und diskutiert.
11:55 Uhr
Tracking kritischer Bewegungsmuster in der Pflege
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Autor:in:
Benjamin Holmer | MinkTec GmbH | Germany
Pflegekräfte in Deutschland sind im Schnitt 6,6 Tage pro Jahr aufgrund von Rückenschmerzen krankgeschrieben. Damit führt die Pflegebranche einen der höchsten Krankenstände durch eine einzelne Diagnose an.
"rectify" unterstützt Pflegekräfte bei der Prävention von Rückenschmerzen durch den Einsatz modernster Wearable-Technologie. Das Sensorshirt „rectify“ ermöglicht das präzise Tracking der gesamten Wirbelsäule über einen Zeitraum von 8 Wochen. Bei kritischen Tätigkeiten, wie dem Umbetten von Patienten, erinnert das Sensorshirt per Vibrationsalarm daran, eine ergonomische Haltung einzunehmen und so die Belastungen zu reduzieren.
Das individuelle Trainingsprogramm in der App, das auf den gesammelten Haltungsmustern basiert, ist ZPP-zertifiziert. Durch eine gelungene Gamification konnte die Übungsquote sogar bei den weniger motivierten Pflegekräften deutlich gesteigert werden. Einige Krankenkassen haben das Programm schon getestet und wollen es ab 2025 aktiv im externen BGM anbieten.
Ab 2025 können die Pflegekräfte ihre gesammelten Daten zudem mit einem Ergonomieberater der Krankenkasse teilen und erhalten eine Online-Auswertung mit gezielten Tipps zur Verbesserung ihrer Haltung.
Diese revolutionäre All-in-one-Lösung bietet die dringend benötigte Unterstützung in der Pflege, um nachhaltige ergonomische Verbesserungen zu erzielen und Fehlzeiten zu reduzieren.
"rectify" findet natürlich auch in anderen Branchen Anwendung.
12:10 Uhr
Diskussionsrunde zu gesundheitsförderlichen Ansätzen in der Pflegearbeit
12:40 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung