Raum:
1. OG, Raum 14, Halle 1 / 1st Floor, Room 14, Hall
Thema:
Prävention von biologischen, chemischen und physikalischen Gefährdungen
Präsentationsart:
Symposium
Dauer:
90 Minuten
Epoxidharze sind ein häufiger Auslöser von allergischen Hauterkrankungen im gewerblichen Bereich. Da die Produkte aufgrund ihrer ausgezeichneten technischen Eigenschaften meist nicht zu ersetzen sind und immer wieder auch neue Anwendungen finden, hat sich vor fast 20 Jahren der Arbeitskreis Epoxidharze gegründet, um durch ein Bündel von Maßnahmen die Anzahl neuer Erkrankungen zu reduzieren. Über die Maßnahmen, die zur Reduzierung der Erkrankungszahlen geführt haben, soll berichtet werden.
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebs-/Arbeitsmediziner, Arbeitsorganisation, Ausbilder, Trainer, Berater
(Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.)
16:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
16:35 Uhr
Maßnahmen für sichere Arbeitsplätze mit Epoxidharz-Systemen
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Autor:in:
Dr. Stefanie Labs | Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) | Germany
In dem Vortrag wird die neue branchenübergreifende Broschüre „Tätigkeiten mit Epoxidharzsystemen“ kurz vorgestellt. Diese DGUV Information 213-116 ersetzt die ehemalige DGUV Regel 113-013 (früher: BGR 227). Die Schrift wurde vollständig überarbeitet und aktualisiert inkl. Änderung des Titels. Sie enthält Informationen zu Gefährdungen durch Epoxidharzsysteme sowie zu technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen bei entsprechenden Tätigkeiten. Die einzelnen Anwendungsbereiche, wie z. B. Vergießen, Kleben, Laminieren und Beschichten, werden in gesonderten Kapiteln mit Angabe der erforderlichen Schutzmaßnahmen beschrieben. Die Schrift bietet insbesondere eine Hilfestellung bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung.
Weiterhin wird der Epoxidharz-InhaltsStoffe-Gemischerechner (EIS) als praktische Hilfestellung für den Arbeitsschutz vorgestellt. Mithilfe des Rechners können weniger gefährliche Epoxidharz-Produkte ermittelt werden (Substitution). Die Online-Anwendung unterstützt bei der Substitutionsprüfung nach Gefahrstoffverordnung und ist eine Hilfe für die Gefährdungsbeurteilung. Für den EIS-Gemischerechner wurden Epoxidharz-Inhaltsstoffe hinsichtlich ihrer hautsensibilisierenden Wirkstärke bewertet und in einer Stoffliste zusammengestellt. Diese Liste wird fortlaufend überprüft und ergänzt. Der EIS-Gemischerechner ist für Unternehmen geeignet, die Epoxidharze herstellen oder einsetzen bzw. die Verwendung planen.
17:00 Uhr
Aktivitäten der Industrie zur Reduzierung von Epoxidharzallergien
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Autor:innen:
DI Dr. Ines Emminger | Huntsman Advanced Materials GmbH | Austria
Dr. Gerhard Müller | Westlake Epoxy GmbH | Germany
Epoxidharzsysteme sind äußerst vielseitige 2-Komponenten-Reaktionskunststoffe, die seit Jahrzehnten in vielen Industrieanwendungen als Klebstoffe, Beschichtungen und Verbundmatrixmaterialien eingesetzt werden.
Epoxidharze und die zur Härtung notwendigen Härter verfügen über reaktive Gruppen. Diese können bei unsachgemäßer Handhabung zu Hautreizungen und bei fortgesetzter falscher Handhabung zu Hautallergien führen. Letztere kann dazu führen, dass Mitarbeiter bestimmte Tätigkeiten oder im schlimmsten Fall ihren Beruf nicht mehr ausüben können.
Die Online-Safety-App, die von Epoxy Europe, dem Verband der europäischen Epoxidharzhersteller, entwickelt wurde, bietet Personen, die Epoxidharze im täglichen Umgang verarbeiten, einen niedrigschwelligen und direkten Zugang zu sicherheitsrelevanten Gebrauchsinformationen. Sie ist in vier Kapitel untergliedert, die in leicht verständlicher Form die Sicherheitsanforderungen der einzelnen Arbeitsschritte bei der Verarbeitung von Epoxidharz-Systemen besprechen. Am Ende jedes Kapitels können die Nutzer ihre Lernfortschritte mithilfe von Tests überprüfen. Nach erfolgreichem Bestehen des finalen Tests kann sich der Nutzer ein Zertifikat herunterladen. Die Safety-App wird in verschiedenen Sprachen angeboten. Das Sprachangebot kann basierend auf dem Nutzerzuspruch erweitert werden. Der einfachste Zugang erfolgt über das persönliche Smartphone, sodass die Trainingsangebote orts- und zeitunabhängig genutzt werden können.
17:25 Uhr
Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit Epoxidharzen
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Autor:in:
Johanna Hühn | SCIO Chemical Consulting | Germany
Epoxidharze haben eine sehr vielseitige Verwendung. Gleichzeitig gelten sie als einer der häufigsten Auslöser berufsbedingter allergische Hauterkrankungen.
Vor einem sorglosen Umgang mit Epoxidharzen wird seit vielen Jahren gewarnt. In eine flüssige Form sind das Epoxidharz und der Härter reizend, ätzend oder giftig.
Unternehmen haben die gesetzliche Verpflichtung, eine Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze durchzuführen. Müssen für bestimmte Arbeiten Schutzhandschuhe eingesetzt werden, gilt es den für die bestimmte Tätigkeit korrekten Handschuh mit entsprechender Einsatzdauer zu definieren.
Die Normen leisten einen Beitrag zum freien Warenverkehr. Sie können jedoch nicht in allen Fällen dazu beitragen, dass die Schutzhandschuhe, die diese Prüfung bestanden haben, gegenüber der konkreten Exposition am Arbeitsplatz auch schützen. Das hat mehrere Gründe.
Die Exposition am Arbeitsplatz gegenüber Chemikalien kann sehr unterschiedlich sein. Der Kontakt mit einer Vielzahl von Chemikalien ist potenziell möglich. Bei den Prüfungen und in der Praxis hat auch die Temperatur einen großen Einfluss auf die Ergebnisse. Messungen bei Normtemperatur lassen sich nicht immer durch einen Faktor z.B. auf die Temperatur der Handoberfläche umrechnen.
Alle diese Faktoren und die Feststellung das die EN 16523 1:2015 bei den meisten Epoxidharzen nicht zur Messung der Permeation des aktiven Inhaltsstoffes verwendet werden kann, haben dazu
17:50 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung