Beschäftigte sind bei ihrer Arbeit häufig physikalischen Einwirkungen, wie z. B. elektromagnetischen Feldern (EMF), ausgesetzt. Fachkräfte für Arbeitssicherheit, staatliche oder berufsgenossenschaftliche Aufsichtspersonen und andere betriebliche Arbeitsschutzakteure arbeiten täglich daran, sicherzustellen, dass hierbei keine Gefährdungen für die Sicherheit und Gesundheit entstehen. Ziel dieser Veranstaltung ist es, praxisnahe Inhalte und Hilfen zu vermitteln, um sie bei der Erfüllung dieser Aufgabe zu unterstützen.
So werden Handlungshilfen vorgestellt und erläutert, die zur Unterstützung bei der Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen bei Exposition durch EMF am Arbeitsplatz eingesetzt werden können, indem sie helfen, den Aufwand zu reduzieren und Fehler zu vermeiden. Welche Besonderheiten in dem speziellen Fall zu berücksichtigen sind, wenn Beschäftigte mit medizinischen Implantaten betroffen sind, wird in einem eigenen Beitrag detailliert erläutert. Werden für die Beschaffung neuer Anlagen oder die Gefährdungsbeurteilung Messberichte externer Messanbieter herangezogen, so ist die Qualität und Vollständigkeit dieser Berichte kritisch zu prüfen. Es wird erläutert, worauf hierbei zu achten ist.
In der abschließenden Diskussionsrunde besteht für die Teilnehmer die Gelegenheit, aktuelle Fragen aus ihrer betrieblichen Praxis mit Bezug zu EMF mit Experten aus dem Bereich der UVTen, des staatlichen Arbeitsschutzes und der Normung zu diskutieren.
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragter, Betriebs-/Arbeitsmediziner, Einkauf/Beschaffung
(Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.)
10:45 Uhr
Begrüßung und Einführung
10:50 Uhr
Was ein EMF-Messbericht alles enthalten sollte! – Erläuterung an einigen Beispielen
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Autor:in:
Ingo Bömmels | Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung berät und unterstützt die Unfallversicherungsträger und Ihre Mitgliedsbetriebe zu Fragestellungen der Expositionsbewertung von elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz. Oft werden hierzu Messberichte herangezogen, die ganz unterschiedliche Qualitäts- und Anforderungsstufen erfüllen. Meist ist dem Nutzer dieser Messberichte unklar, welche Inhalte oder Angaben enthalten sein müssen, um die Beurteilung aus dem Bericht nutzbar in die Gefährdungsbeurteilung einfließen zu lassen. Anhand von Beispielen werden im Vortrag Merkmale benannt, die zwingend in einem Messbericht enthalten sein sollten.
11:10 Uhr
Handlungshilfen zur Bewertung von Gefährdungen durch EMF
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Autor:in:
Dr. Florian Soyka | Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung stellt auf seiner Internetseite zwei frei verfügbare Handlungshilfen als Software Tools zur Verfügung. Das Limit Info Tool für elektromagnetische Felder (EMF-LIT) ist eine Webapplikation, mit deren Hilfe sich zulässige Werte für sinusförmige Felder aus verschiedenen Regelwerken leicht berechnen lassen und sowohl graphisch als auch tabellarisch dargestellt werden können. Die Software für die Bewertung magnetischer Felder (BEMF) ermöglicht die Bewertung von nicht-sinusförmigen Magnetfeldern mit Hilfe der Methode der gewichteten Spitzenwerte (Weighted Peak Method – WPM). Beide Tools werden anhand von praktischen Beispielen im Vortrag vorgestellt.
11:30 Uhr
Mitarbeitende mit Implantat - Was tun?
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Autor:in:
Uwe Struß | Berufgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) | Germany
Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung nach der TREMF (Technische Regel Elektromagnetische Felder) für Mitarbeitende mit Implantat.
In den letzten Jahren hat die Implantationstechnik große Fortschritte gemacht. Durch verbesserte Implantate ist ein Einsatz in dem bisherigen Arbeitsbereich oftmals weiterhin möglich.
Bei Körperhilfsmitteln wird zwischen passiven und aktiven Implantaten unterschieden.
Zu den aktiven Implantaten gehören u.a. Herzschrittmacher und Defibrillatoren.
Passive Implantate sind u.a. Stents und künstliche Hüftgelenke.
Aktive Implantate können durch elektromagnetische Felder in ihrer Funktion gestört werden.
Bei passiven Implantaten kann eine unzulässige Erwärmung erfolgen.
Welche Bereiche des Betriebes dürfen von Mitarbeitenden mit Implantat betreten werden?
Folgende Vorgehensweise ist bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung sinnvoll:
-Ermittlung der Arbeits- und Aufenthaltsbereiche
-Ermittlung der Feldquellen im Arbeits- und Aufenthaltsbereich
-Ermittlung der Arbeitspositionen und Arbeitsabläufe
-Bewertung der Maschinen anhand geeigneter Tabellen oder der Herstellerangaben
-Falls erforderlich wird eine Messung durchgeführt
-Die gemessenen Feldstärken werden mit Schwellenwerten aus der TREMF verglichen.
-Bei Überschreitung der Schwellenwerte kann zusätzlich eine individuelle Bewertung anhand der Einstellwerte und der Eigenschaften des Implantates erfolgen.
Ziel: Weiterbeschäftigung am bisherigen Arbeitsplatz.
11:50 Uhr
Panel-Diskussion zu Bedarfen der betrieblichen Praxis
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Autor:innen:
Dr. Carsten Alteköster | Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
Dr. Marian Mischke | Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) des Landes Brandenburg | Germany
Dr. Peter Jeschke | Vodafone GmbH | Germany
Den Teilnehmern der Session wird Gelegenheit gegeben, Fragen zum Thema EMF aus ihrer betrieblichen Praxis zu stellen.
Für die Beantwortung der Fragen stehen 3 Experten zur Verfügung:
1. Carsten Dr. Alteköster; IFA der DGUV (als Vertreter der UVT)
2. Dr. Marian Mischke; LAVG Brandenburg (als Vertreter der staatlichen Arbeitsschutzaufsicht)
3. Dr. Peter Jeschke; Vodafone GmbH (als Vertreter von DKE / AKNIR)
12:10 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung