Raum:
1. OG, Raum 16, Halle 1 / 1st Floor, Room 16, Hall
Thema:
Strategien für die menschengerechte Gestaltung von Arbeit
Präsentationsart:
Vortragsveranstaltung
Dauer:
90 Minuten
Diese Session bringt frischen Wind in die Präventionskommunikation. Vier inspirierende Beiträge zeigen, wie kreativ, niedrigschwellig und wirkungsvoll Sicherheits- und Gesundheitsthemen heute vermittelt werden können – mit Konzepten, die informieren, aktivieren und im besten Fall begeistern.
Von Ideen für mehr Storytelling über aufmerksamkeitsstarke Formate speziell für kleine und mittlere Unternehmen bis hin zu wirkungsvollen Kampagnen- und Kommunikationstools – die vorgestellten Projekte und Strategien stehen für neue Wege in der Sicherheitskommunikation. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Prävention noch besser zugänglich und mit Freude erlebbar gemacht werden kann – sei es durch emotionale Geschichten, interaktive Lernformate oder smarte Kampagnen trotz begrenzter Budgets.
Teilnehmende erhalten praxisnahe Einblicke, konkrete Beispiele und Impulse, wie auch mit einfachen Mitteln große Wirkung erzielt werden kann. Die Beiträge richten sich an alle, die mit Kommunikation, Medien oder Bildungsarbeit im Kontext von Arbeitsschutz und Prävention befasst sind – ob in Unternehmen, Bildungseinrichtungen oder Institutionen.
Freuen Sie sich auf Ideen, die zum Nachmachen anregen, und Formate, die zeigen: „Prävention kann lebendig sein und Spaß machen!“
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsingenieur/-meister/-techniker, Sicherheitsbeauftragter, Betriebs-/Arbeitsmediziner, Ausbilder, Trainer, Berater, Management, Führung
(Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.)
16:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
16:35 Uhr
Doppelt wirksam: Mit Geschichten Präventionskultur stärken
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Autor:in:
Clara Röder | Röder EHS Consulting | Germany
Wie schafft man es, das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeitenden zu stärken, ohne ein teures Projekt oder eine große Kampagne zu starten? Man nutzt das Erfahrungswissen der Mitarbeitenden und stärkt die Kommunikation über Arbeitsschutz untereinander. Mit Geschichten.
Die Basis dieses Konzepts ist Storytelling, angepasst an die Besonderheiten im Arbeitsschutz und mit einer konkreten Anleitung bzw. Struktur, wie es geht.
Klassische Arbeitsschutz-Kampagnen entstehen zwischen Fachleuten und werden dann veröffentlicht. Wenn der Inhalt der Kampagne unter Mitwirkung der Mitarbeitenden oder zumindest der Sicherheitsbeauftragten entsteht, wirkt die Kampagne doppelt. Kampagnen brauchen Geschichten, emotional und aus dem Unternehmen. Beim Finden der passenden Geschichten braucht es die Experten an der Maschine. Sie erfahren Wertschätzung und Führungskräfte und Arbeitsschutz-Experten erfahren von Beinaheunfällen und Gefahrstellen. Andere Kollegen wissen hinterher besonders eindrücklich, wo sie aufpassen müssen.
Mit einer Methodik fürs Geschichten erzählen kommen Mitarbeitende schnell und einfach ins Erzählen. Die entstandenen Geschichten kann man einfach strukturiert weitererzählen, oder als große Kampagne für weitere Arbeitsschutz-Sensibilisierung nutzen.
16:55 Uhr
„Langweilig“ war gestern - Arbeitsschutzwissen kurz, knapp und cool
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Autor:innen:
Dr. Günter Klesper | Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)
Frank Hotz | Jedermann-Verlag GmbH
Die BG RCI geht zusammen mit ihrem langjährigen Partner Jedermann-Verlag neue Wege bei der Vermittlung von Arbeitsschutzwissen. Mit einem ungewöhnlichen didaktischen und methodischen Ansatz verbessern wir den Wissenstransfer in die Praxis, indem wir den Spaßfaktor als emotionalen Türöffner benutzen. Ziel ist es, die Hürde zu Arbeitsschutzthemen abzusenken und die Bereitschaft zu wecken, dafür Zeit zu investieren.
Hier haben wir insbesondere kleine und mittlere Unternehmen im Blick, die sich ganz praxisnahe, zeitsparende und im Betriebsalltag einfach einsetzbare „Tools“ wünschen, um sich selbst Wissen anzueignen oder es an die Beschäftigten weiterzugeben.
Dabei setzen wir eine Kombination aus starker Bildsprache, positiven Assoziationen wie beispielsweise der Sportwelt, aber auch Humor in Form von „frechen“ Zitaten bzw. Cartoons ein, um gewecktes Interesse und Emotionen auf die eigentlichen Themen zu lenken. Der verschlankte Inhalt setzt Impulse, anschließend können die auf diese Weise motivierten Nutzenden das Thema selbständig und anhand empfohlener Informationsquellen vertiefen.
Die jeweiligen Themen können in unterschiedlicher Form genutzt werden: Als Druckfassungen, barrierefreie Downloads und Präsentationen für Autodidaktik, Diskussionen in Seminaren, Unterweisungen und vieles mehr.
Im Vortrag werden verschiedene Präventionsmedien der BG RCI mit dem neuen konzeptionellen Ansatz vorgestellt.
17:15 Uhr
Wirksame Prävention: Mediengestaltung und Veranstaltungsdesign
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Autor:innen:
Dr. Renate Mayer | Dr. Renate Mayer | Germany
Michael Reffi | ZEBRA-FACTOR | Germany
Unternehmen, Institutionen und politische Akteure investieren viel Zeit und Ressourcen in Veranstaltungen und Kampagnen. Die Wirksamkeit von Safety-Events hängt sehr von der Gestaltung ab. Ein erfolgreicher Zugang gelingt über die Lebenswirklichkeit der Zielgruppe, kombiniert mit einer emotionalen Ansprache.
Der Vortrag berichtet über die Gestaltung einer Präventionskampagne, bei der das PERMA-Modell aus der positiven Psychologie genutzt wurde. Es setzt auf die Erzeugung von positiven Emotionen, von Engagement, Sinnhaftigkeit, Beziehungsaufbau und erreichbaren Ergebnissen. Im vorgestellten Praxisprojekt für Servicetechniker von Offshore-Windkraftanlagen wurde das Konzept erfolgreich angewendet. Die interne Evaluation zeigt, dass der kreative und positive Ansatz nachhaltige Wirkungen in der Prävention erzeugt hat. 55 % der Teilnehmenden gaben nach einer Arbeitssicherheits-Veranstaltung an, sich glücklich (!) zu fühlen, 20 % gaben hier „committed“ an. Extern evaluiert wurde das Projekt auf dem International Festival for Media in Prevention 2023, wo es auf der Shortlist war, und 2024 erhielt es den 1. Preis der Global Offshore Wind Energy Awards in der Kategorie Health, Safety and Wellbeing.
Der Vortrag bietet Einblicke in die Prinzipien des Kommunikationsdesigns insbesondere die Bedeutung von Empathie, positiver Emotionalität und partizipativer Formate. In einem ebenfalls angebotenen Workshop können Teilnehmende aktiv selbst Ideen für eigene Veranstaltungen entwickeln.
17:35 Uhr
WERTschätzende Kommunikation im Arbeitsschutz
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Autor:in:
Uwe Schüttler | Concept-Pro-Safety | Germany
WERTschätzende Kommunikation wird mittlerweile vielfach diskutiert und ist weit mehr als ein „weiches Thema“ – sie ist ein zentraler Erfolgsfaktor für gelebten Arbeitsschutz. Trotz aller Debatten, Vorschläge und gutgemeinten Hilfen, erscheint die Umsetzung in den Betrieben oft noch als große Hürde und man verharrt in alten Führungsmustern. Diejenigen Unternehmen, die die WERTschätzende Kommunikation in den Führungsalltag integriert haben, erhalten durch positive Aufladung eine Atmosphäre, in der Sicherheit nicht als Pflicht, sondern als gemeinsames Ziel verstanden wird.
WERTschätzung wirkt als Motor, gerade in schwierigen Situationen: Wer sich gesehen, gehört und respektiert fühlt, bleibt auch unter Druck offen für Sicherheitsregeln, Feedback und Veränderung.
Der Spitzensport bietet ein inspirierendes Modell für den Arbeitsschutz: Die Beziehung zwischen Trainer und Sportler basiert auf gegenseitigem Vertrauen, klarer Kommunikation und gezielter Motivation. Diese Beziehungspflege schafft die Basis für Höchstleistungen – und ist übertragbar auf die Arbeit am Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeitenden.
Wertschätzung im Arbeitsschutz motiviert nicht nur, sie schützt auch: Mitarbeitende, die sich beachtet und eingebunden fühlen, handeln achtsamer, übernehmen Verantwortung und tragen aktiv zur Reduktion von Unfällen bei. Nebeneffekte sind hier nicht ausgeschlossen, Bindung und Zufriedenheit von Mitarbeitenden, Verbesserung der Prozessstabilität und vieles mehr sind gute Argumente für die WERTschätzende Kommunikation.
17:55 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung