Raum:
1. OG, Raum 17, Halle 1 / 1st Floor, Room 17, Hall
Thema:
Strategien für die menschengerechte Gestaltung von Arbeit
Präsentationsart:
Vortragsveranstaltung
Dauer:
90 Minuten
Ob im Büro, zu Hause oder unterwegs: Viele Menschen arbeiten heute an wechselnden Orten mit Laptop, Tablet oder Bildschirm. Diese sogenannte multilokale Bildschirmarbeit ist längst Alltag – und wird es bleiben.
Wie lässt sich diese Form der Arbeit so gestalten, dass sie nicht krank macht? Die Veranstaltung gibt Antworten – mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, rechtlichen Grundlagen und praktischen Tipps.
Wichtige Inhalte:
- Das bedeutet „multilokale Arbeit“ – warum sie mehr ist als „nur“ Homeoffice
- Diese gesetzlichen Vorgaben für Sicherheit und Gesundheit gelten
- So erkennen Unternehmen psychische Belastungen und können vorbeugen
- Praxisbeispiele für gesunde Arbeitsgestaltung an verschiedenen Orten werden vorgestellt
Mithilfe von Strategien für Führung, Kommunikation und ergonomische Ausstattung unterstützt die Veranstaltung auf dem Weg zu einem sicheren und gesunden Arbeitsalltag, der am Schreibtisch im Büro, zu Hause oder unterwegs ablaufen kann.
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebs- und Personalrat, Arbeitsorganisation, Gesundheitsmanagement
Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.
09:00 Uhr
Begrüßung und Einführung
09:05 Uhr
Arbeitsschutzrechtliche Grundlagen für die multilokale Büroarbeit
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Autor:in:
Andreas Stephan | Verwaltungs-Berufsgenossenschaft VBG
Seit Juli 2024 sind die Technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A6 „Bildschirmarbeit“ in Kraft getreten. Diese Arbeitsstättenregel konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung an das Einrichten und Betrieben von Bildschirmarbeitsplätzen und zeigt auf, wie die dort definierten Schutzziele erreicht werden können. Jedoch liegt der Anwendungsbereich der Arbeitsstättenverordnung ausschließlich auf der Arbeitsstätte selbst und Telearbeitsplätzen. Gleiches gilt für die ASR A6 „Bildschirmarbeit“.
Bedeutet dies, dass man sich bei Bildschirmarbeit außerhalb von Arbeitsstätte oder Telearbeitsplätzen im rechtsfreien Raum bewegt?
Mit dieser Frage soll sich in diesem Betrag beschäftigt werden. Es soll aufgezeigt werden, welche Rechtsgrundlagen anzuwenden sind und welche Maßnahmen sich daraus ableiten lassen.
09:25 Uhr
Wo enden die Möglichkeiten des Arbeitsschutzes bei multilokaler Displayarbeit?
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Autor:in:
Michael Schurr | Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit (VDSI) | Germany
Die Multilokalität der Arbeit an Displays führt durch die enorme Anzahl von Möglichkeiten und Konstellationen zu einer kaum überschaubaren Menge an arbeitsschutzspezifischen Möglichkeiten und Ansätzen und kann daher nur schwierig standardisiert werden. Wie können dagegen individuell orientierte Ansätze aussehen, z.B. bezogen auf die Art des Ausgabemediums, und inwieweit hat der Arbeitsschutz überhaupt Einflussmöglichkeiten insbesondere an dritten Orten.
09:45 Uhr
From research to practice: Hybrides, ortsflexibles, multilokales Arbeiten gestalten
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Autor:in:
Dr. Patricia Tegtmeier | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) | Germany
Mobiles Arbeiten, insbesondere die Arbeit von zu Hause, sind heute kaum noch aus der Arbeitswelt wegzudenken. Auch wenn derzeit einige Unternehmen medienwirksam das Comeback der Arbeit in Präsenz fordern, ist in Deutschland ein hybrides, multilokales Arbeiten aus der Arbeit im Büro in Kombination mit ein bis zwei Tagen von zu Hause verbreitet. Daher gilt es, hybrides Arbeiten im Sinne des Arbeitsschutzes gesund und sicher zu gestalten. Um bestehende Empfehlungen zur Gestaltung zu reflektieren und die aktuelle Forschung zum Themenfeld zu bündeln, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) das Workshop-Format „Wissenschaft im Dialog“ entwickelt.
In Kooperation mit dem Schwerpunkt "Sicher und gesund arbeiten in Zeiten der Digitalisierung" der EU-OSHA wurden zwischen 2023 bis 2025 fünf interdisziplinäre zweitägige Veranstaltungen mit jeweils bis zu 30 Teilnehmenden durchgeführt. Jeder Workshop umfasste mehrere inhaltliche Blöcke mit Impulsvorträgen der Teilnehmenden, an die sich verschiedene moderierte Diskussionsformate anschlossen. Die Diskussionsergebnisse wurden mit Blick auf den Arbeitsschutz im Betrieb und darüber hinaus im Anschluss an jeden Dialog ausgewertet.
Vorgestellt werden die aktuelle Entwicklung im Themenfeld ortsflexiblen Arbeitens sowie Diskussionsergebnisse aus drei Jahren „Wissenschaft im Dialog“. Herausgearbeitet werden derzeit noch bestehende Forschungslücken und Herausforderungen aus Sicht des (über)betrieblichen Arbeitsschutzes.
10:05 Uhr
Psychische Gefährdungen für Führungskräfte und Mitarbeitende bei der multilokalen Büroarbeit
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Autor:in:
Anja Riederer | BASF S.E. | Germany
Der Mensch steht im Mittelpunkt der Arbeitsgestaltung - das gilt auch bei multilokaler Büroarbeit! Beschäftigte und Führungskräfte arbeiten nicht mehr statisch in einem Büro, sondern zeit- und ortsflexibel: Desk-Sharing-Modelle, Coworking Spaces, Homeoffice oder mobil beim Kunden sind einige Beispiele multilokaler Büroarbeit.
Die Gefährdungen und Belastungen sind auch bei multilokaler Büroarbeit systematisch zu beurteilen, mit dem Ziel, die Arbeit belastungsoptimiert zu gestalten.
Hierfür gibt es zwei Ansatzpunkte für Arbeitsschutzmaßnahmen:
• Anpassung der Elemente des Arbeitssystems auf die individuellen Leistungsvoraussetzungen der Person oder
• Förderung der individuellen Leistungsvoraussetzungen einer Person zur Bewältigung der Anforderungen (Bewältigungskompetenz).
Erfahren Sie in diesem Vortrag, welchen psychischen Belastungen Beschäftigte und Führungskräfte bei multilokaler Büroarbeit ausgesetzt sind. Und welche Arbeitsschutzmaßnahmen ergriffen werden können, damit Menschen die Anforderungen in dem multilokalen Arbeitssystem bewältigen können.
10:25 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung