Der demografische Wandel und der damit verbundene zunehmende Fachkräftemangel stellen Unternehmen, Verwaltungen und Institutionen vor enorme Herausforderungen. Es mangelt nicht nur an spezialisierten Fachkräften, sondern gleichermaßen geht die Menge an Arbeitskräften zurück, da die „nachwachsenden“ Jahrgänge geburtenschwächer und somit die Bevölkerung insgesamt rückläufig sind.
Ein Blick auf die zunehmende Vielfalt von Belegschaften zeigt Potenziale auf, in welchen Personengruppen – auch unabhängig vom Alter – Arbeitskraft gewonnen werden kann. Dabei stellen sich unter anderem folgende Fragen:
Wie kann Arbeit inklusiver gestaltet werden, damit mehr Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt Beschäftigung finden?
Gibt es geschlechterspezifische Unterschiede hinsichtlich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, die bei der Arbeitsgestaltung berücksichtigt werden sollten?
Welche Unterstützung bieten dabei neue Technologien wie Robotik und Künstliche Intelligenz?
Auf diese und weitere Fragen rund um den demografischen Wandel und Vielfalt von Belegschaften werden die Beiträge in dieser Session eingehen.
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebs-/Arbeitsmediziner, Personalwesen/Verwaltung, Arbeitsorganisation, Management, Führung
Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.
10:45 Uhr
Begrüßung und Einführung
10:50 Uhr
Schaffung inklusiver Arbeitsplätze für ältere und leistungsgeminderte Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt mittels kollaborierender Robotik – nachhaltige Mitarbeiterakquise
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Autor:in:
Prof. Dr. Mathias Hüsing | Institut für Getriebetechnik, Maschinendynamik und Robotik - RWTH Aachen | Germany
Bisherige Projekte haben gezeigt, kollaborierende Robotik ist ein Enabler für die Inklusion und Integration von Menschen mit Behinderungen und auch leistungsgeminderter Menschen. An der RWTH Aachen University besteht ein Aufklärungs- und Fortbildungsangebote zur Schaffung von inklusiven und integrativen Arbeitsplätzen auf dem ersten Arbeitsmarkt mittels kollaborierender Robotik. Zur Aufklärung werden mit einem Infomobil und modularen Arbeitsplätze Firmen, Messen etc. besucht. Der Vortrag informiert hierüber und es werden folgende Fragestellungen behandelt: Wie kann ich auf dem ersten Arbeitsmarkt kollaborative Robotik mit dem Ziel der Integration und Inklusion einsetzen? Welche Szenarien sind denkbar und wie kann ich dieses in meinem Betrieb umsetzen? Wie profitiere ich hiervon und wo finde ich Förderungen?
11:08 Uhr
Fachkräftesicherung und -rekrutierung durch Gleichstellung
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Autor:in:
Tobias Berens | Berufsforschungs- und Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung (BIT e.V.) | Germany
Der demografische Wandel wird in den nächsten Jahren den bestehenden Fachkräftemangel verschärfen. Abhilfe kann die Einführung einer gender- und diversitätssensiblen Unternehmenskultur, einer gendergerechten Arbeitsgestaltung sowie eine lebensphasenorientierten Arbeitszeitgestaltung schaffen.
In einem vom BMAS geförderten Projekt bildet ein beteiligungsorientierter Ansatz die Grundlage, um gemeinsam mit den betrieblichen Sozialpartnern und den Beschäftigten eine gendergerechte Organisationsstruktur zu schaffen und strukturelle Hemmnisse abzubauen hinsichtlich der Arbeitsbedingungen, Leistungsbewertungen und Karrieremöglichkeiten.
Im Mittelpunkt des Projektes stehen insbesondere Frauen, neben Teilzeitbeschäftigten, Geringqualifizierten und Menschen mit Migrationshintergrund. Eine wesentliche Bedingung für das Gelingen des Vorhabens besteht darin, dass die Arbeitsplätze genderspezifisch angepasst bzw. (um)gestaltet werden und damit gleiche Chancen für Frauen und Männer zur horizontalen und vertikalen Qualifizierung bilden und eine individuelle Karriereplanung ermöglichen.
Auf der Basis der Erkenntnisse aus der Analyse der Altersstruktur, der Qualifikationsanforderungen der Arbeitsplätze, des Fähigkeitsprofils der Beschäftigten, einer ganzheitlichen Belastungsanalyse und des Führungsverhaltens der Führungskräfte werden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, wobei die Arbeit in hierarchieübergreifenden Arbeitsgruppen Wertschätzung vermittelt und Lernprozesse fördert.
11:26 Uhr
Diversity – Vielfalt in der Arbeitswelt
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Autor:in:
Karina Weinert | Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) | Germany
Unsere Gesellschaft ist vielfältig. Die Globalisierung, der Fachkräftemangel und der demografische Wandel sind nur drei Treiber dafür, dass Vielfalt zunimmt und immer deutlicher wird – auch in wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Hinsicht. Damit sind auch Belegschaften vielfältig.
Entscheidend für die dauerhafte erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen in der Arbeitswelt und für das Nutzen von Potenzialen ist der konstruktive Umgang mit Diversity. Im Fokus der gesetzlichen Unfallversicherung stehen hierbei die Schnittstellen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.
Für die Auseinandersetzung bietet das Modell der Vielfalt nach Gardenswartz und Rowe eine hilfreiche Struktur. Die Zwischenmoderation dient dazu, dieses Modell mit seinen inneren, äußeren und organisationalen Dimensionen vorzustellen und die vier Vorträge der Session darin einzuordnen.
11:31 Uhr
Frauengesundheit im Unternehmen: Chancen und Herausforderungen im Umgang mit Zyklus und Wechseljahren
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Autor:innen:
Dr. Christina Nußbeck | BG prevent GmbH | Germany
Dr. Nina Buschek | BG prevent GmbH | Germany
Frauengesundheit im Arbeitskontext bleibt oft unberücksichtigt, obwohl sie die Hälfte der Bevölkerung betrifft und große Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit hat. Zyklusbedingte Beschwerden oder die Wechseljahre werden selten offen angesprochen, was dazu führt, dass notwendige Anpassungen im Arbeitsumfeld oft ausbleiben. Dieser Vortrag beleuchtet die Herausforderungen und Potenziale des Themas Frauengesundheit am Arbeitsplatz und zeigt praxisnahe Beispiele aus der Arbeit von Betriebsärztinnen auf.
Wir diskutieren, welche Rolle Arbeitgeber und Führungskräfte haben, um durch flexible Arbeitszeiten und gezielte Unterstützungsangebote psychologische Sicherheit und eine langfristige Bindung weiblicher Fachkräfte zu fördern. Ein offenes Ohr, Sensibilität und eine anpassbare Arbeitsgestaltung können Kündigungen vermeiden und zur Entstigmatisierung des Themas beitragen.
Ziel des Vortrags ist es, den Nutzen eines offenen Umgangs für Unternehmen aufzuzeigen und Anregungen für nachhaltige Maßnahmen zu geben. Führungskräfte und Arbeitgeber erfahren, wie sie durch Verständnis und angepasste Arbeitsbedingungen ein gesundes Arbeitsumfeld schaffen und die Leistungsfähigkeit und Motivation erfahrener Mitarbeiterinnen langfristig fördern können.
11:49 Uhr
Demografischer Wandel und Beschäftigungsfähigkeit - Chancen durch KI
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Autor:in:
Dr. Hanna Zieschang | Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) | Germany
Seit langem ist bekannt: Der demografische Wandel führt zu einer durchschnittlich immer älter und gleichzeitig kleiner werdenden Arbeitnehmerschaft. Zu den gravierenden Folgen gehört, dass der Mangel an Arbeitskräften stetig zunimmt. Verstärkt wird dieser Trend dadurch, dass in einigen Branchen sog. „Berufe mit begrenzter Tätigkeitsdauer“ zu einem frühzeitigen Renteneintritt führen.
Neben dem demografischen Wandel ist die digitale Transformation mit ihren neueren Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ein aktueller Megatrend in der Arbeitswelt. Das wirft die Frage auf, ob ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausreichend „digital kompatibel“ sind, um diesen Entwicklungen gerecht zu werden. Oder kann die Digitalisierung bzw. die KI vielmehr Lösungsbausteine bieten, um die Folgen des demografischen Wandels zu bewältigen oder zumindest abzumildern?
Der Vortrag zeigt Beispiele aus der Anwendung von KI auf, die in Verbindung mit Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit stehen. Dabei geht es zum einen um die direkte Unterstützung älter werdender Beschäftigter in ihrer Tätigkeit. Zum anderen kann KI bestimmte Tätigkeiten so effizient umgestalten, dass dadurch die Beschäftigten zeitlich entlastet bzw. Ressourcen für andere Aufgaben frei werden.
12:07 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung