Dauerhafter Druck, ständige Erreichbarkeit, Informationsflut – Gefährdungen durch psychische Belastungen sind längst Teil vieler Arbeitsrealitäten. Doch Arbeit lässt sich gestalten: gesundheitsfördernd und gesetzeskonform. Dieses Symposium zeigt, wie das gelingen kann.
Aktuelle Forschungsergebnisse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) liefern konkrete Ansätze für eine systematische Gestaltung von Arbeit, die psychischen Belastungen vorbeugt.
Anforderungen an die präventive Arbeitsgestaltung, zum Beispiel bei ortsflexiblem Arbeiten, der Interaktionsarbeit und Rückkehrprozessen nach Erkrankung, werden praxisnah von den Wissenschaftler:innen der BAuA beleuchtet.
Verschiedene Optionen zeigen, wie psychische Belastungen früh erkannt und wirksam reduziert werden können. Teilnehmende erhalten Impulse für die Umsetzung gesetzlicher Anforderungen und die Weiterentwicklung betrieblicher Präventionsstrategien.
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsingenieur/-meister/-techniker, Betriebs-/Arbeitsmediziner, Betriebs- und Personalrat, Personalwesen/Verwaltung, Gesundheitsmanagement, Management, Führung
Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.
14:45 Uhr
Begrüßung und Einführung
14:50 Uhr
Gefährdungen durch psychische Belastung – Erkenntnisse zu Gestaltungsanforderungen und -optionen in der betrieblichen Praxis
15:05 Uhr
Arbeitsgestaltung bei Zeit- und Leistungsdruck und Informationsflut
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Autor:innen:
Dr. Gisa Junghanns | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) | Germany
Dr. Anika Schulz-Dadaczynski | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) | Germany
Viele Beschäftigte kennen das: der Arbeitsalltag hat eigentlich nur acht Stunden, die To-do-Liste ist jedoch lang, das E-Mail-Postfach voll. Die Arbeitszeit reicht einfach nicht zur guten Erledigung der Arbeit. Diese Situation ist beispielhaft für das Erleben von Zeit- und Leistungsdruck und Informationsflut, die als Facetten einer hohen Arbeitsintensität gelten und weit verbreitet sind.
Im aktuellen Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) berichten 48 % der befragten Beschäftigten von hohem Termin- oder Leistungsdruck. Die Mehrheit der Beschäftigten mit häufig starkem Termin- oder Leistungsdruck fühlt sich hierdurch belastet. Gemäß der BAuA-Arbeitszeitbefragung nutzen Beschäftigte heute bei ihrer Arbeit zunehmend Informations- und Kommunikationsmittel. Bei über 50 % der Befragten geht die Nutzung digitaler Medien mit einer hohen Informationsfülle einher, die oftmals schwer zu bewältigen ist. Beide Faktoren können sich negativ auf Gesundheit und Leistung auswirken. Eine Arbeitsgestaltung zur Vermeidung und zum Abbau von hohem Zeit- und Leistungsdruck bzw. Informationsflut ist deshalb sehr bedeutsam. Dies stellt Betriebe vor Herausforderungen. Der Beitrag stellt wesentliche Ansätze vor, wie Betriebe Informationsflut sowie Zeit- und Leistungsdruck am Arbeitsplatz gut bewältigen bzw. sogar vermeiden können.
15:20 Uhr
Erkenntnisse und Empfehlungen zu spezifischen Gestaltungsherausforderungen bei ortsflexiblem Arbeiten
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Autor:innen:
Dr. Nils Backhaus | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) | Germany
Bettina Lafrenz | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) | Germany
Durch die Digitalisierung vieler Arbeitsbereiche, beschleunigt vor allem durch die Kontaktbeschränkungen während der SARS-CoV-2-Pandemie, hat die Verbreitung und der Umfang der mobilen Arbeit in Deutschland stark zugenommen. Durch technologische Entwicklungen, insbesondere im Bereich neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), ist Arbeit oftmals nicht mehr an bestimmte Orte gebunden. Der Beitrag erläutert verschiedene Aspekte und Formen ortsflexibler Arbeit und gibt einen Überblick über eine Reihe an zentralen Gestaltungsempfehlungen der BAuA zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen beim ortsflexiblen Arbeiten.
15:35 Uhr
Interaktionsarbeit - Herausforderungen für die menschengerechte Arbeitsgestaltung
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Autor:in:
Dr. Jonas Wehrmann | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) | Germany
Ob im Dienstleistungssektor, im Handwerk oder in der Produktion – die direkte und oft anspruchsvolle Interaktion mit Kundinnen, Patienten, Lieferantinnen oder anderen betriebsexternen Personen ist selbstverständlicher Bestandteil zahlreicher Arbeitsaufgaben. In der modernen Arbeitswelt gewinnen diese interaktiven Tätigkeiten zunehmend an Bedeutung und müssen im Arbeitsschutz ihre Berücksichtigung finden. Dieser Beitrag zeigt auf, 1.) welche Bedeutung interaktionsspezifischen Belastungsfaktoren in der modernen Arbeitswelt zukommt, 2.) welche spezifischen Gefährdungen zu unterscheiden sind, 3.) welche Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten sowie für Betriebe damit verbunden sind und 4.) wie diese durch präventive Maßnahmen minimiert werden können. Er liefert fundierte Einblicke und praxisnahe Lösungsansätze für eine sichere, gesunde und produktive Arbeitsumgebung bei der Arbeit mit und an Menschen.
15:50 Uhr
Betriebliche Gestaltungsherausforderungen und -optionen im Zuge früher Interventionen und der Rückkehr zur Arbeit bei psychischen Erkrankungen
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Autor:innen:
Ute Beate Schröder | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) | Germany
Ralf Stegmann | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) | Germany
Die im Arbeitsschutzsystem vorgesehene Analyse, Bewertung und Gestaltung von Arbeitsplätzen mit dem Ziel menschengerechter und gesundheitsgerechter Arbeitsbedingungen orientiert sich an den Bedürfnissen eines durchschnittlichen, gesunden arbeitenden Menschen. Dabei soll es genau nicht um die Besonderheiten der ausführenden Person gehen, sondern der Arbeitsplatz, die Aufgaben und das Umfeld rein bedingungsbezogen bewertet werden. Die Arbeitsgestaltung für Personen, die aus gesundheitlichen Gründen – zum Beispiel am Beginn oder nach längerer Abwesenheit wegen einer psychischen Erkrankung - abweichende Bedarfe an die Arbeitsbedingungen haben, stellt daher eine besondere Herausforderung für die betriebliche Arbeitsgestaltung dar. Gleichzeitig ist es gerade hierbei nötig, den Blick über den spezifischen Arbeitsplatz hinaus auf den Betrieb und sein Umfeld zu weiten und die allgemeine Bewertung und Gestaltung der Arbeitsbedingungen heranzuziehen und kritisch zu überprüfen. In diesem Beitrag werden aktuelle betriebliche Gestaltungsherausforderungen („frühe Interventionen“) während der meist schleichenden Entstehung und Entwicklung psychischer Krisen und (betriebliche) Gestaltungsoptionen für eine nachhaltige Rückkehr nach einer längeren Erkrankung und Arbeitsunfähigkeit als wichtige Eckpfeiler für eine vernetzte betriebliche Präventionsarbeit vorgestellt.
16:05 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung