Substitution, technische und organisatorische Schutzmaßnahmen stehen bei der Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten vor persönlichen Schutzausrüstungen (PSA). Dennoch gibt es zahlreiche Arbeitsplätze, an denen PSA unverzichtbar sind.
Die Vorträge rund um das Thema PSA greifen aktuelle Entwicklungen in der Technologie, aber auch Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel auf und zeigen beispielhaft Lösungen zu aktuellen Fragestellungen durch Festlegungen für die Konzeption und in der Benutzung von PSA.
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsingenieur/-meister/-techniker, Sicherheitsbeauftragter
Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.
_____________________________________________________________________
Substitution and protective measures (technical and organizational) take precedence over personal protective equipment (PPE) in the prevention of occupational accidents and diseases. PPE nevertheless remains indispensable at numerous workplaces.
The papers on the subject of PPE address current developments in the technology, and also topics such as sustainability and climate change, and provide examples of solutions to topical issues in the form of specifications for the design of PPE and for its use.
10:45 Uhr
Begrüßung und Einführung
10:50 Uhr
Nachhaltigkeit neu denken: Der Balanceakt zwischen Recycling und Langlebigkeit
Details anzeigen
Autor:in:
Christine Hentschel | UVEX SAFETY GROUP | Germany
Die Langlebigkeit von Produkten und ihre Recyclierbarkeit sind zwei zentrale Aspekte nachhaltiger Produktgestaltung. Während langlebige Produkte Ressourcen schonen und Abfall reduzieren, ermöglicht eine hohe Recyclierbarkeit die Wiederverwertung von Materialien und trägt zur Kreislaufwirtschaft bei. Zunächst soll eine Diskussion über die Vor- und Nachteile für Langlebigkeit und Recyklierbarkeit angeregt werden. Herbei werden 2 Sichtweisen erörtert: Die des Herstellers und die des Kunden. Um eine Vergleichbarkeit zwischen langlebigen und recyklierbaren Produkten zu schaffen, müssen sog. multiple Life-Cycle-Assessments (LCA) berechnet werden. Hier gilt es zu berichten, welche verschiedenen Methoden es dazu gibt und für welche wir uns speziell bei uvex entschieden haben. Die Ergebnisse werden anhand einesSicherheitshandschuhs aufgezeigt. Es kann sich eine Diskrepanz ergeben zwischen der Langlebigkeit der Produkte und der Nutzungsdauer, welche gerade bei Arbeitsschutzprodukten, bei denen die Schutzwirkung im Verlauf der Nutzung nachlassen kann, von entscheidender Bedeutung ist. Das wirft die Fragestellung auf, welche Konsequenzen sich daraus für das Produkt und die Produktentwicklung ergeben. Um die Theorie anschaulicher zu gestalten, könnten wir anhand eines Sicherheitshandschuhs folgendes ausführen: Wann ist häufiges recyceln sinnvoll, und wann besticht Langlebigkeit?
Fazit: Abhängig von den gesetzlichen Vorgaben, den Nutzungsbedingungen und der Kunden-Strategie, sollte bereits bei der Produktentwicklung entschieden werden, ob der Fokus bei einem Produkt auf die Langlebigkeit oder Recyklierbarkeit gelegt werden muss. Unter diesen Gesicht
...............
_______________________________________________________________________________
The durability of products and their recyclability are two key aspects of sustainable product design. While durable products conserve resources and reduce waste, high recyclability enables materials to be reused and contributes to the circular economy. A discussion will first be launched of the advantages and disadvantages for durability and recyclability. Two perspectives will be discussed: that of the manufacturer and that of the customer.
To enable durable and recyclable products to be compared, multiple life cycle assessments (LCAs) must be performed. We will report on the different methods available for this purpose and those we have specifically chosen at uvex. The results will be illustrated with reference to the example of a protective glove.
A discrepancy may exist between the durability of products and their service life. This is of crucial importance with respect to products for occupational safety and health, where the protective effect may deteriorate over the course of a product’s use. This begs the question what consequences this has for the product, and for product development.
To illustrate the theory more clearly, we could use a protective glove to answer the question: when is frequent recycling advantageous, and when is durability more important?
Conclusion: Depending on the legal requirements, conditions of use and customer strategy, it should be decided at the product development stage whether to give priority to a product’s durability or its recyclability. From this perspective ......
11:15 Uhr
Über den Tellerrand geschaut: Ermittlung der elektrostatischen Eigenschaften von PSA
Details anzeigen
Autor:in:
Malte Mittag | DEKRA Testing and Certification GmbH | Germany
Nicht nur im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung wird das Thema Elektrostatik bzw. dessen Überprüfung häufig als Randthema oder „notwendiges Übel“ angesehen. Aber insbesondere beim Zusammenspiel mehrerer Ausrüstungsgestände wird der Blick über die Grenzen des „eigenen Regelwerkes“ hinaus notwendig, um ein sicheres Gesamtsystem anzubieten bzw. zu verwenden,
…denn niemand sollte selbst zur Zündquelle werden.
Der Beitrag umreißt die Themen:
- Explosionsschutz mit Vorstellung des „Zonen-Konzepts“ gemäß GefStoffV verbunden mit einer Erläuterung, warum dieses nur teilweise auf die explosionsschutzrelevanten Eigenschaften von persönlicher Schutzausrüstung anzuwenden ist
- Elektrostatik mit Fokus auf die persönliche Schutzausrüstung mit Beispielen, warum auch jeweils regelwerkskonforme Schutzausrüstung ggf. gefährlich werden kann
- Widersprüche und Lücken in den Regelwerken, zwischen „ärgerlich und ggf. gefährlich“
- Einsatz von Filtern mit explosionsgefährlichen Stoffen (Gas und Staub) und was es bei der Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung hierbei zu berücksichtigen gilt
_____________________________________________________________________________________
The topic of electrostatics and testing of electrostatic properties is often regarded as a marginal issue or a “necessary evil” – and not only in the field of personal protective equipment. It is necessary, however, particularly when multiple items of equipment interact, to look beyond the boundaries of the rules for a particular item of equipment, to enable a safe system as a whole to be offered and used. Ultimately, no one wants to become a source of ignition themselves.
The paper outlines the following topics:
- Explosion protection, with presentation of the zone concept of the German Ordinance on Hazardous Substances (GefStoffV), together with an explanation of why this is only partly applicable to the properties of personal protective equipment that are relevant to explosion protection
- Electrostatics with a focus on personal protective equipment, with examples of why even where protective equipment complies with the respective regulations, it may, under certain circumstances, become dangerous
- Contradictions and omissions in the bodies of regulations, ranging from irksome to potentially dangerous
- Use of filters with substances (gases and dusts) presenting an explosion hazard, and aspects to be considered in such cases regarding the use of personal protective equipment
11:40 Uhr
Alterung von Warnkleidung durch Reinigung und Bewetterung
Details anzeigen
Autor:in:
Dr. Claudia Waldinger | Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU), Sachgebiet Schutzkleidung im Fachbereich Persönliche Schutzausrüstungen der DGUV e.V. | Germany
Hochsichtbare Warnkleidung nach DIN EN ISO 20471 besteht aus fluoreszierendem Hintergrundmaterial und retroreflektierenden Streifen. In der Norm sind Anforderungen an die Ablegereife von Warnkleidung durch eine feste Anzahl an Wäschen definiert. Damit werden aber die tatsächlichen Gegebenheiten in der praktischen Anwendung nicht umfassend berücksichtigt, denn es ist bekannt, dass fluoreszierende rote und fluoreszierende orange-rote Farbpigmente unter dem Einfluss von UV-Strahlung ihre Farbintensität verlieren.
Bisher sind keine Untersuchungen bekannt, in denen hochsichtbare Warnkleidung einer umfassenden Bewitterung (Regen, Temperaturschwankungen -20 - +40°) ausgesetzt und anschließend auf Funktionsfähigkeit geprüft wurde.
In unserem Projekt haben wir untersucht, welche Umwelteinflüsse über einen Zeitraum von 1 – 1,5 Jahren die Wirkungsweise von Warnkleidung aus verschiedenen Materialien beeinträchtigen.
Dazu wurden Alterungsuntersuchungen an hochsichtbarer Warnkleidung durchgeführt, die in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern (Baustellen, Entsorgung, Flughafen, Verkehr, u. a.) eingesetzt werden.
Nach einem festgelegten Zeitplan wurden Prüfmuster entnommen, gewaschen und im Hinblick auf Ihre Wirkungsweise und mechanische Festigkeit untersucht.
Über die Ergebnisse wird im Beitrag berichtet.
Olaf Mewes und Corina Walther
Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung – IFA
Dr. Claudia Waldinger, Leitung Sachgebiet Schutzkleidung FB PSA
_______________________________________________________________________________
High-visibility clothing to EN ISO 20471 consists of fluorescent background material and retroreflective strips. The standard defines criteria for the replacement of high-visibility clothing, in the form of a specified number of washes. However, this does not fully take into account the actual conditions in use in practice, as fluorescent red and fluorescent orange-red colour pigments are known to lose their colour intensity as a result of UV radiation exposure.
To date, no studies are known in which high-visibility clothing has been comprehensively exposed to weather conditions (rain, temperature fluctuations from -20 to +40°) and its functionality then tested.
In our project, we studied what environmental influences impaired the effectiveness of high-visibility clothing manufactured from a range of materials and exposed to these influences over a period of 1 to 1.5 years.
For this purpose, ageing tests were performed on high-visibility clothing used in various fields of activity (construction sites, waste disposal, airports, traffic, etc.).
Test samples were taken, washed and tested with regard to their effectiveness and mechanical strength, according to a defined schedule. The results are reported in the paper.
Olaf Mewes and Corina Walther, Institute for Occupational Safety and Health of the German Social Accident Insurance (IFA)
12:05 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung