Raum:
1. OG, Raum 14, Halle 1 / 1st Floor, Room 14, Hall
Thema:
Betriebliche, technische Sicherheit und Arbeitsstätten
Präsentationsart:
Vortragsveranstaltung
Dauer:
90 Minuten
In beiden Teilen des Fachforums Arbeitsstätten werden aktuelle Themen zum sicheren und gesunden sowie nachhaltigen Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten aufgegriffen.
Im zweiten Teil des Fachforums Arbeitsstätten werden vor dem Hintergrund der neuen ASR A6 „Bildschirmarbeit“ aus rechtlicher Sicht Schlussfolgerungen für die Ableitung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich der nicht der Arbeitsstättenverordnung unterliegenden mobilen Bildschirmarbeit gezogen. Weiterhin wird auf das in der Praxis zuweilen schwierige Verhältnis von Arbeitsstätten- und Bauordnungsrecht eingegangen. Dargestellt werden hier bestehende Überschneidungen in den Rechtsgebieten und Ansätze für Lösungen. Schließlich werden konkrete Gestaltungsrichtlinien für die sichere und gesunde Umsetzung moderner Bürokomplexe durch vorausschauende Planung und Einrichtung vermittelt.
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsingenieur/-meister/-techniker, Sicherheitsbeauftragter, Betriebs-/Arbeitsmediziner, Schwerbehindertenvertretung, Betriebs- und Personalrat, Arbeitsorganisation, Gesundheitsmanagement
(Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.)
10:45 Uhr
Begrüßung und Einführung
10:50 Uhr
Die Bedeutung der ASR A6 Bildschirmarbeit für die mobile Arbeit mit Bildschirmgeräten
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Autor:in:
Prof. Dr. Wolfhard Kohte | Zentrum für Sozialforschung Halle e. V. | Germany
Die neue ASR A6 Bildschirmarbeit verfolgt das Ziel, Gefährdungen bei der Bildschirmarbeit mit präventiven Maßnahmen zu verringern oder zu vermeiden. Daher werden gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten formuliert. Die Regel gilt auch für Telearbeitsplätze (Doll 2017). Die ASR A6 klammert allerdings die mobile Arbeit aus. Aus meiner Sicht ist die ASR A6 auch für die mobile Arbeit von Bedeutung.
Gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse enthält auch die ASR A6 (Schmauder 2024). Ich rechne dazu vor allem die Anforderungen an die Hardware wie z.B. die Bildschirmgröße und die Zeichengröße in Relation zur Arbeitsaufgabe Weitere Anforderungen betreffen die Konsequenzen für die gesundheitsverträgliche Arbeitszeit (Müller, 2022 Rn. 151).
Andere Anforderungen benötigen die aktive Mitwirkung der Beschäftigten. Daher ist die Unterweisung nach § 12 ArbSchG unverzichtbar (Busch u.a. 2023). Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass die Beschäftigten nach einer erfolgreichen Unterweisung in der Lage sind, diese Anforderungen zu realisieren. Daher sind ihnen auch elementare arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln.
11:15 Uhr
Arbeitsstätten- und Bauordnungsrecht
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Autor:in:
Vera Schmitz | efficientia | Germany
Bei der Planung von Arbeitsstätten und im Vollzug des Arbeitsstättenrecht treten in der Praxis Probleme bei der Umsetzung der Anforderungen von Arbeitsstättenrecht und Bauordnungsrecht auf.
Durch eine Projektgruppe des Ausschusses für Arbeitsstätten zum Thema „Arbeitsstätten- und Bauordnungsrecht“ wurden die Schnittstellen und die Bedarfe für eine Rechtsvereinheitlichung zwischen Bauordnungsrecht und Arbeitsstättenrecht ermittelt. Hierzu wurden Vertretungen der Arbeitsgemeinschaft für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen der Bauministerien der Länder einbezogen. Im Ergebnis der Arbeiten wurden Lösungsansätze erarbeitet, die vorgestellt werden.
11:40 Uhr
Moderne Bürokonzepte - Planen und Gestalten
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Autor:innen:
Noemi Herget | Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP | Germany
Michael Gümbel | Arbeit & Gesundheit e.V. | Germany
Wie beeinflussen neue offene Bürokonzepte und flexible Arbeitsmodelle wie Desk-Sharing die (psychische) Gesundheit der Beschäftigten? Welche Rolle spielt dabei das Privatheitsempfinden? Und wie kann man mögliche Problemfelder so früh und umfassend adressieren, dass sie gar nicht erst zum Problem werden?
Im Vortrag werden zwei aktuelle Forschungsprojekte vorgestellt, die Antworten auf diese Fragen geben.
Das Projekt "Präventive Gefährdungsbeurteilung", gefördert von der der Hans-Böckler-Stiftung nimmt die Gefährdungsbeurteilung im Kontext neuer Bürokonzepte und Arbeitsmodelle in den Blick. Es zeigt auf, wie betriebliche Interessenvertretungen gesundheitsrelevante Veränderungen frühzeitig erfassen und positiv auf die Gestaltung Einfluss nehmen können.
Bei der Erfassung von kognitiven und psychischen Belastungen spielt insbesondere das Thema "akustische und visuelle Privatheit" am Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Ziel eines aktuellen Forschungsprojektes am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP (gefördert durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung BBSR) ist es deshalb, die Privatheitsbeeinträchtigung und damit die kognitive und psychische Belastung in offenen Büroformen durch gezielte, mensch-zentrierte Gestaltung maßgeblich zu reduzieren und so nachhaltige, gesundheitsförderliche Arbeitsumgebungen zu schaffen.
Beide Beiträge machen deutlich: Gesundheitsschutz im Büro braucht neue Maßstäbe, fundierte Analysen und einen starken Fokus auf den Menschen.
12:10 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung