Strahlarbeiten wurden früher hauptsächlich in Gießereien zum Gussputzen, Entgraten und Entzundern angewendet - das klassische Sandstrahlen. In den letzten Jahren hat sich das Einsatzspektrum von Strahlarbeiten stark erweitert. Strahlgeräte werden heute als Anlagen oder für Freistrahlarbeiten in den verschiedensten Branchen und für sehr viele Einsatzzwecke genutzt.
In der Vergangenheit kam es immer wieder zu erheblichen Verletzungen bei Strahlarbeiten. Für die sichere Anwendung sind immer angepasste Schutzmaßnahmen erforderlich. Diese unterscheiden sich bei verschiedenen Strahltechniken jedoch erheblich.
Hauptgefährdungen sind die schneidende Wirkung des Strahls selbst, Lärm, Erstickungsgefahr sowie Stäube und Gefahrstoffe mit Wirkungen auf Atemwege, Augen und Haut.
Deshalb ist die Auswahl geeigneter persönlicher Schutzausrüstungen (PSA) keineswegs trivial, sondern immer im Einzelfall unter Berücksichtigung aller auftretenden Gefährdungen zu betrachten. Wichtig ist dabei auch, dass PSA gegen unterschiedliche Gefährdungen miteinander kombinierbar sind, wenn sie gemeinsam getragen werden müssen.
Schutzmaßnahmen und deren Grenzen werden für das Hochdruck-Flüssigkeitsstrahlen und das Reinigen mit Laserstrahlung aufgezeigt.
Was bei der Reinigung von Arbeitsplatz und Arbeitsmitteln bei mobilem Einsatz von Strahlgeräten zu beachten ist, wird am Beispiel der Gerüstreinigung dargestellt. Dabei wird auch auf Gefahrstoffe aus Strahlschutt und dessen vorschriftsmäßige Entsorgung eingegangen.
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsingenieur/-meister/-techniker, Sicherheitsbeauftragter, Betriebs-/Arbeitsmediziner, Betriebs- und Personalrat, Arbeitsorganisation, Berufs-/Werksfeuerwehr, Brandschutz-/Katastrophenschutzbeauftragter, Notfall-/Krisenmanagementbeauftragter, Umweltschutzbeauftragte, Ausbilder, Trainer, Berater, Management, Führung
(Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.)
14:45 Uhr
Begrüßung und Einführung
Details anzeigen
Autor:in:
Siegfried Turowski | Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) | Germany
Strahlarbeiten wurden früher hauptsächlich in Gießereien zum Gussputzen, Entgraten und Entzundern angewendet - als das klassische Sandstrahlen. In den letzten Jahren hat sich das Einsatzspektrum stark erweitert. Strahlgeräte werden heute als Anlagen oder für Freistrahlarbeiten in den verschiedensten Branchen und für sehr viele Einsatzzwecke genutzt.
In der Vergangenheit kam es immer wieder zu erheblichen Verletzungen bei Strahlarbeiten. Für die sichere Anwendung sind immer angepasste Schutzmaßnahmen erforderlich. Diese unterscheiden sich bei verschiedenen Strahltechniken jedoch erheblich.
Hauptgefährdungen sind die schneidende Wirkung des Strahls selbst, Lärm, Erstickungsgefahr, sowie Stäube und Gefahrstoffe mit Wirkungen auf Atemwege, Augen und Haut.
Deshalb ist die Auswahl geeigneter persönlicher Schutzausrüstungen (PSA) keineswegs trivial, sondern immer im Einzelfall unter Berücksichtigung aller auftretenden Gefährdungen zu betrachten. Wichtig ist dabei auch, dass PSA gegen unterschiedliche Gefährdungen miteinander kombinierbar sind, wenn sie gemeinsam getragen werden müssen.
Schutzmaßnahmen und deren Grenzen werden für das Hochdruck-Flüssigkeitsstrahlen und das Reinigen mit Laserstrahlung aufgezeigt.
Was bei der Reinigung von Arbeitsplatz und Arbeitsmitteln bei mobilem Einsatz von Strahlgeräten zu beachten ist, wird am Beispiel der Gerüstreinigung dargestellt. Dabei wird auch auf Gefahrstoffe aus Strahlschutt und dessen vorschriftsmäßige Entsorgung eingegangen.
14:50 Uhr
Arbeitsschutz beim Hochdruck-Flüssigkeitsstrahlen
Details anzeigen
Autor:in:
Rainer Dörr | Fachbereich Persönliche Schutzausrüstungen der DGUV | Germany
Beim Druckluftstrahlen mit festem Strahlmittel, umgangssprachlich Sandstrahlen, werden körnige Strahlmittel eingesetzt. Insbesondere durch den Rückprall sowie die massive Staubbelastung kann es zu Gefährdungen der Mitarbeiten kommen. Deshalb müssen neben den technischen und organisatorischen Maßnahmen auch besondere PSA verwendet werden. Die Anforderungen an den Atemschutz werden in einem getrennten Vortrag angesprochen. Vor den Gefährdungen durch den mechanischen Rückprall soll ein Strahlerschutzanzug schützen. Bei Strahlarbeiten mit reiner Staubbelastung aus dem Strahlmittel ist Strahlerhelm mit Prallschutzüberzug und Frischluftversorgung zu benutzen.
Bei Arbeiten mit Exposition gegenüber gesundheitsgefährdenden, giftigen Gefahrstoffen soll ein einteilige, staubdichte, komplett belüftete Strahlerschutzanzüge des Typs 3 nach DIN EN ISO 14877 getragen werden in Kombination mit dem Strahlhelme mit umgebungsluftunabhängiger Atemluftversorgung. Ein größerer Teil der auf dem Markt erhältlicher Schutzanzüge entsprechen nut dem Typ 2. Es wurde auch über Probleme bei der Zertifizierung von Anzügen des Typs 3 berichtet.
Bei Hoch- und Höchstdruck-Wasserstrahlarbeiten kam es in der Vergangenheit zu erheblichen Verletzungen, wenn der schneidende Wasserstrahl nicht nur die PSA zerschnitten hat, sondern auch getroffene Körperteile. Deshalb wurde eine besondere Schutzausrüstung für Hoch- und Höchstdruck-Wasserstrahlarbeiten entwickelt. Die DIN 19430 ist ein wichtiger Schritt, die Beschreibung des Schutzniveaus der Schutzkleidung gegen Hochdruckwasserstrahl
durch die Herstellerunternehmen zu vereinheitlichen.
15:10 Uhr
Reinigen und Entschichten mit Laserstrahlung
Details anzeigen
Autor:in:
Siegfried Turowski | Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) | Germany
Mit Laserstrahlung können Oberflächen verschiedener Materialien, wie Metalle oder Kunststoffe, gereinigt oder entschichtet werden, beispielsweise zum Abtrag von absorbierenden Korrosions- und Passivierungsschichten oder von Prozessrückständen.
Dazu wird ein fokussierter, leistungsstarker Laserstrahl genutzt (Laserklasse 4). Die Reinigung oder Entschichtung erfolgt bei geeigneter Prozessparametrierung schonend und beschädigungsfrei.
Dieses Verfahren wird automatisiert in Anlagen eingesetzt, zunehmen häufig ist jedoch die Durchführung von Reinigungsarbeiten mit handgeführten Lasereinrichtungen zu beobachten. Das ist vor allem bei Arbeiten an wechselnden Einsatzorten der Fall, etwa bei Reinigungsarbeiten auf Baustellen, bei Arbeiten in fremden Betrieben oder an Bauwerken.
Für die sichere Anwendung von Laserstrahlung sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. Diese betreffen insbesondere den Augen- und Hautschutz vor Laserstrahlung, aber auch vor deren Rückstreustrahlung.
Weiterhin sind Gefährdungen durch Blendung und durch die beim Entschichtungsprozess entstehenden Gefahrstoffe zu bewerten und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Bei der Auswahl geeigneter persönlicher Schutzausrüstungen (PSA) ist neben den Gefährdungen auch zu betrachten, dass deren Kombination zugelassen ist.
Darüber hinaus ist auch der Schutz (vor allem Schutz vor Laserstrahlung) unbeteiligter Personen in angrenzenden Arbeitsbereichen sicherzustellen.
15:30 Uhr
Reinigen von Gerüsten nach Strahlarbeiten
Details anzeigen
Autor:in:
Rainer Dörr | Fachbereich Persönliche Schutzausrüstungen der DGUV | Germany
Beim Druckluftstrahlen mit festem Strahlmittel werden unterschiedliche Strahlmittel verwendet,
bei Einwegstrahlmitteln entstehen dadurch größerer Menge an Abfall.
Dieser Strahlschutt wurde bisher vor allem unter dem Gesichtspunkt der Entsorgung betrachtet.
In festen Strahlanlagen ist die Konstruktion der Anlage u.a. darauf ausgerichtet diesen Abfall
zu sammeln und in Sammelbehältern der Entsorgung zuzuführen.
Beim mobilen Entsatz auf Baustellen kann es auf Gerüsten zu größeren Ablagerungen durch den Strahlschutt kommen. Daher muss dieser Schutt begleitend zum Strahlverfahren im wieder abgesaugt werden, um schon eine mechanische Überlastung der Gerüstflächen zu verhindern.
Bei Korrosionsschutzmaßnahmen an älteren Strahlbauten werden immer noch bleihaltigen Beschichtungen entfernt. Auch wenn es durch das eingesetzte Strahlmittel zu einer starken Verdünnung kommt, sind im Strahlschutt immer noch höhere Konzentrationen an Blei nachweisbar, die Schutzmaßnahmen nach TRGS 505 erfordern.
Die eingesetzten Gerüstteile müssen sorgfältig abgesaugt und gereinigt werden, bevor sie auf anderen
Baustellen wieder verwendet werden können. Der Vortrag beschreibt einige praktische Erfahrungen
der Probleme bei der Reinigung von Gerüsten.
16:10 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung