Transformationsprozesse führen zu tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Für die Arbeitsschutzakteure liegt die besondere Herausforderung darin, auch die strukturellen Umbrüche in ihren Handlungskonzepten zu berücksichtigen. Denn mit der Entgrenzung organisatorischer Strukturen verlieren Unternehmen soziale Bindungskraft und es entstehen neue, teils unfair agierende Geschäftsmodelle. Dadurch wird das Gefüge für den Arbeitsschutz schwer durchschaubar und erschwert effektive Aufsicht. Besonders Kleinstunternehmen und migrantisch geprägte Branchen wie Einzelhandel oder körpernahe Dienstleistungen agieren oft unter prekären Bedingungen, denn es ist bekannt, dass Betriebe, die kaum ökonomische Spielräume haben, insgesamt kritisch zu bewerten sind. Im Workshop wird der Frage nachgegangen, an welchen Merkmalen Muster schlechter Arbeit erkennbar werden und über welche Handlungsoptionen die Aufsichtsinstitutionen verfügen, wo eine Kooperation mit anderen Akteuren erfolgversprechend scheint und in welchen Bereichen der Arbeitsschutz in gegenwärtiger Ausgestaltung wahrscheinlich eine geringe Wirksamkeit entfalten kann..
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsingenieur/-meister/-techniker, Betriebs-/Arbeitsmediziner, Betriebs- und Personalrat, Arbeitsorganisation
Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.
09:30 Uhr
Begrüßung und Einführung
09:35 Uhr
Arbeitsschutz-Handeln an den Schnittstellen von Lieferketten
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Autor:innen:
Dr. Britta Schmitt-Howe | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) | Germany
Lena Schwerdt | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) | Germany
Die Zusammenarbeit von Beschäftigten verschiedener Firmen entlang von Lieferketten stellt Anforderungen an deren Sicherheit und Gesundheit. Ein Literaturreview der BAuA hat nun die Determinanten und Gestaltungsmöglichkeiten von Sicherheit, Gesundheit und Präventionskultur in Firmennetzwerken untersucht, die durch Lieferketten miteinander verbunden sind. In den Datenbanken Business Search Premier, Medline, WISO, PSYNDEX, PsycINFO und Engineering Source wurde hierfür eine systematische Literatursuche durchgeführt. Der Beitrag stellt die Ergebnisse der Untersuchung vor und diskutiert diese in Verbindung mit empirischen Ergebnissen aus Experteninterviews sowie ersten Erkenntnissen aus der Feldforschung im Bereich der Transportlogistik vorrangig für die Chemie- und Papierindustrie. Gemäß § 8 ArbSchG müssen Arbeitgeber, deren Beschäftigte an einem Arbeitsplatz zusammenarbeiten, Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren abstimmen. Im Fokus steht daher vor allem die Qualität der zwischenbetrieblichen Kommunikation als ein wichtiger Faktor, der zu einem hohen Arbeitsschutzniveau in der gesamten Lieferkette und damit zu einem wesentlichen Aspekt menschengerechter Arbeit beiträgt. Es wird höchste Zeit, Netzwerke und Lieferketten aus Perspektive des Arbeitsschutzes in den Blick zu nehmen. Schließlich ist die Auslagerung von Produktionsschritten und der Transport von (Zwischen-)Produkten über die Straße seit langem Teil unternehmerischer Praxis.
09:55 Uhr
Gemeinsame Aufsichtsaktion der Länder zur Überprüfung der Arbeitsbedingungen hinsichtlich der Arbeitsintensität in Branchen „Gebäudereinigung“ und KEP
10:15 Uhr
Gesunde Arbeitsgestaltung in der Basisarbeit
10:35 Uhr
Podiumsdiskussion: Handlungsoptionen des Arbeitsschutzes in Branchen mit prekären Arbeitsbedingungen
10:55 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung