Im Mittelpunkt der dritten Periode der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (2021 – 2025) steht die Gefährdungsbeurteilung. Durch das abgestimmte Handeln der beiden Aufsichtsdienste (UVT und Länder) sollen sowohl die betriebliche Arbeitsschutzorganisation verbessert als auch die Durchführung angemessener Gefährdungsbeurteilungen in den Betrieben vorangebracht werden. Grundlage hierfür war die Festlegung eines gemeinsamen Standards für die Überwachung in den Betrieben. Gleichzeitig liefern drei Schwerpunkte zu krebserzeugenden Gefahrstoffen, Muskel-Skelett-Belastungen und psychischen Belastungen Einblicke zur Berücksichtigung spezifischer Gefährdungen, die zu hohen Erkrankungs- und Verrentungsfällen im beruflichen Kontext führen.
Im Rahmen von ca. 200.000 Betriebsbesichtigungen der beiden Aufsichtsdienste werden Ergebnisse zu Themenkomplexen der Arbeitsschutzorganisation und der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung gesammelt. Kernpunkt ist die Überprüfung der Umsetzung im Betrieb durch zwei Stichproben vor Ort. Die ersten Ergebnisse werden vorgestellt und betrachten zum einen allgemein die Betriebsbesichtigungen und zum anderen die drei Schwerpunktthemen.
Zielgruppen: Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebs-/Arbeitsmediziner, Betriebs- und Personalrat, Arbeitsorganisation, Gesundheitsmanagement, Management, Führung
(Zur besseren Lesbarkeit wird im Text auf die gleichzeitige Nennung aller Geschlechter verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten selbstverständlich für alle Geschlechter gleichermaßen.)
11:15 Uhr
Begrüßung und Einführung
11:20 Uhr
Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung und der Arbeitsschutzorganisation in den Betrieben – Was läuft gut und wo muss nachgesteuert werden?
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Autor:innen:
Susanne Friederichs | Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Justiz und Verbraucherschutz | Germany
Wolfgang Laske | Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG-Verkehr) | Germany
Das Aufsichtspersonal der UVT und der Länder führen nach einheitlichen Standards Betriebsbesichtigungen durch. Inhalte sind die Arbeitsschutzorganisation und die Gefährdungsbeurteilung. Im Rahmen der 3. GDA-Periode werden insgesamt ca. 200.000 Besichtigungen erfolgen. Erste Ergebnisse dieser Besichtigungen liegen vor und zeigen den Stand der Arbeitsschutzorganisation und die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung in den Betrieben. Der Vortrag beschäftigt sich insbesondre mit den Fragen:
Können Erfolgsfaktoren für die Implementierung von Arbeitsschutz in Betrieben gefunden werden?
Gibt es strukturelle Probleme?
In der 3. GDA-Periode wurde einen Schatz an Daten gesammelt, den wir nutzen wollen, um die weitere Entwicklung im Arbeitsschutz aktiv und zielgerichtet zu gestalten.
11:40 Uhr
Krebserzeugende Gefahrstoffe im Betrieb? Erkenntnisse zur Umsetzung der Gefahrstoffverordnung und wo wir die Stoffe (immer noch) finden
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Autor:in:
Angela Crone | Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI) | Germany
Wenn es um krebserzeugende Gefahrstoffe geht, denken die meisten zuallererst "Asbest". Auch wenn diese Faser mit Abstand am bekanntesten ist, immer noch nicht ganz der Vergangenheit angehört und immer noch eine erschreckend hohe Todesrate bedingt, ist der Vortrag mehr "den anderen" Kanzerogenen gewidmet. Diese sind z. B. Benzol, Benz(a)-Pyren, Nickelverbindungen und Chrom-VI-Verbindungen.
Fast 5 Jahre lang wurden von der Aufsicht gezielt 12 bestimmte Kanzerogene an Arbeitsplätzen genauer untersucht. Häufig musste tatsächlich gesucht werden, da die Präsenz den Betrieben nicht bewußt war. Dann wurde mittels standardisiertem Fragebogen die wesentlichen Punkte der Compliance nach Gefahrstoffverordnung bundeswelt erfasst.
Heute werden die ersten Erkenntnisse vorgestellt. Wo finden sich die Stoffe? In welchen Branchen? In welchen Betriebsgrößen? Wie steht es um die Einhaltung der Grenzwerte? Wie gut wird die Pflichtvorsorge angeboten? Werden die riskanten Expositionen im Expositionsverzeichnis erfasst?
Wie wirkt sich ein Betriebsrat auf die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben aus?
Welche Tools sind in der Zeit entwickelt worden? Welche Tools wird es weiter geben?
Ist die Arbeit damit getan oder fängt es nun erst richtig an?
12:00 Uhr
Psychische Belastung am Arbeitsplatz: Was wurde seit 2012 erreicht? – Welche nächsten Schritte sind erforderlich?
12:20 Uhr
Im Fokus Muskelskelettbelastungen - Was ist nach 12 Jahren GDA Programmen erreicht und was ist offen?
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Autor:innen:
Dr. Stefan Baars | Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Hannover | State Trade Inspectorate Hannover | Germany
Dirk Römer | GDA Arbeitsprogramm MSB - BGW Präventionsdienste | Germany
2025 stehen wir am Ende einer über 12 Jahre geführten Programmschwerpunktsetzung im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie. Was ist erreicht worden und welche zukünftigen Aufgaben liegen vor uns?
Wir möchten ihnen die letzten Ergebnisse der Arbeit des Programms vorstellen und mit dem aktuellen Programm auch abschließen. Abgestimmte Ergebnisse, die spürbare Veränderungen in der Umsetzung der Bewertung von Muskel-Skelett-Belastungen bewirkt haben. Handlungshilfen, die insbesondere für KKU einen echten Schritt in eine handhabbare praktische Gefährdungsbeurteilung darstellen. Angebote für Betriebe und die Verstetigung von Inhalten über Qualifizierungsangebote.
Dazu der Blick nach vorne. Eine der wichtigen Herausforderungen ist dabei sicherlich die Entwicklung der betrieblichen und individuellen Gesundheitskompetenz zum Thema MSB.
12:40 Uhr
Zusammenfassung und Verabschiedung