Präventionskampagne "Risiko raus!"
Die Kampagne "Risiko raus!" der gesetzlichen Unfallversicherung mit den Berufsgenossenschaften, den Unfallkassen und der landwirtschaftlichen Sozialversicherung ist gestartet. Ziel der zweijährigen Kampagne ist, das Unfallrisiko beim Fahren und Transportieren zu verringern.
Die Kampagnenmotive stellen auf eindringliche Weise dar, wie eigenes Fehlverhalten zur zentralen Unfallursache werden kann: Unter dem Motto "Mein Kopf ist gerade woanders" zeigen sie eine kopflose Person kurz vor einem Unfall.
Fast jeder vierte meldepflichtige Arbeitsunfall im Betrieb geschieht beim Transportieren oder Fahren. Hinzu kommen jährlich über 20.000 Arbeits- und Dienstwegeunfälle sowie rund 115.000 Wegeunfälle im Straßenverkehr. In mehr als 700 Fällen endete ein Unfall beim Fahren oder Transportieren mit dem Tod. Bei versicherten Kindern in Tageseinrichtungen, Schülern und Studierenden sind rund 60.000 weitere Unfälle im Straßenverkehr - davon 66 mit tödlichem Ausgang - zu verzeichnen.
Häufige Ursachen für Unfälle sind: mangelnde Sichtbarkeit, schlecht geführte Verkehrswege im Betrieb, Zeitdruck, aber auch Nachlässigkeit, Selbstüberschätzung und Leichtsinn. Die Kampagne zielt daher zum einen darauf, die Arbeitsbedingungen so zu verbessern, dass beispielsweise Zeitdruck und Stress erst gar nicht entstehen. Zum anderen wirbt sie generell für mehr Risikobewusstsein und überlegtes Handeln. Sie spricht daher Beschäftigte, Schüler und Studierende, aber auch Arbeitgeber, Führungskräfte, für den Arbeitsschutz im Unternehmen verantwortliche Personen und Lehrkräfte an Tageseinrichtungen, allgemeinbildenden und beruflichen Schulen an.
Partner von "Risiko raus!" sind unter anderem der DVR und die Bundesländer. Die Kampagne läuft bis Ende Dezember 2011 und umfasst unter anderem Anzeigen, Poster und Broschüren sowie die Website www.risiko-raus.de.
Kampagne für gesunde Arbeitsplätze 2010 - 2011 - Sichere Instandhaltung
Zum Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit am 28. April hat die EU-OSHA ihre neue Kampagne für gesunde Arbeitsplätze 2010 - 2011 vorgestellt, durch die europaweit die sichere Instandhaltung gefördert werden soll.
Instandhaltung ist unverzichtbar, um Gefährdungen am Arbeitsplatz zu vermeiden, aber Instandhaltung ist selbst eine Tätigkeit, die für das Instandhaltungspersonal mit hohen Risiken verbunden ist. Schätzungen zufolge sind in Europa 10-15 % aller tödlichen Unfälle bei der Arbeit auf Instandhaltungsarbeiten zurückzuführen. Es ist daher unerlässlich, dass Instandhaltung ordnungsgemäß und unter Berücksichtigung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzbelange der Arbeitnehmer durchgeführt wird.

- Hydaulik-Instandhaltung
Quelle: BG Metall
Schlechtes Management von Instandhaltungstätigkeiten und -verfahren erhöht das Risiko von - zuweilen tödlichen - Arbeitsunfällen für Arbeitnehmer auf allen Ebenen und in einer Vielzahl von Branchen. Bei einem der schwersten Vorfälle seiner Art in Europa, der Piper Alpha-Katastrophe im Jahr 1988, verwandelte sich die Öl- und Gasplattform in der Nordsee innerhalb von Sekunden in ein brennendes Inferno, in dem 167 Arbeitnehmer den Tod fanden - ein tragisches Beispiel der potenziellen Konsequenzen unzureichender Instandhaltungsverfahren.
Auf der Website der Kampagne für gesunde Arbeitsplätze 2010 - 2011 können Sie den Kampagnenleitfaden und weiteres Material zur Kampagne (Präsentationen, Veröffentlichungen und Werbematerial in 22 Sprachen) herunterladen und Näheres zu Kampagnenveranstaltungen in Ihrer Nähe erfahren: http://hw.osha.europa.eu
Quelle: Osha
Strategie der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz 2009-2013
Die mit diesem Dokument vorgestellte Strategie der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz 2009 - 2013 ersetzt das Turnusarbeitsprogramm 2005 - 2008.
Die Strategie basiert auf der Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2007-2012 sowie auf den Empfehlungen der zweiten externen Bewertung der Agentur. Damit verbunden ist die Perspektive der Agentur in Bilbao, zum europäischen Fachzenturm für Information zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu werden und die Präventionskultur in der europäischen Arbeitswelt zu fördern.
Die sechs strategischen Ziele dazu lauten:
- Sensibilisierung für Risiken im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und deren Prävention
- Ermittlung von guten praktischen Lösungen und die Förderung ihres Ausstausches in diesem Bereich
- Frühzeitiges Erkennen neuer und aufkommender Risiken, um Präventionsmaßnahmen zu erleichtern
- Förderung der Mitarbeit der Mitgliedsstaaten bei Informationsaustausch und Forschung
- Förderung der Vernetzung um den optimalen Einsatz der Ressourcen im diesem Bereich und darüber hinaus zu gewährleisten
- Entwicklung der Agentur zu einer führenden Organisation im Bereich soziale und ökologische Verantwortlichkeit
Die Aktivitäten zur Verwirklichung dieser Ziele sollen folgende Kriterien erfüllen:
- europaweit: Schaffung eines gemeinsamen Konzeptes für Sicherheit und Gesundheitschutz bei der Arbeit
- sachbezogen und bedarfsorientiert: Reaktion auf die Bedürfnisse der Nutzer
- verlässlich und transparent: Bereitstellung sachorientierter und unabhängiger Informationen
- dreigliedrig: Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Regierungen
- partnerschaftlich und vernetzt
Zum Dokument